Ruhr Nachrichten Dortmund: Woltering sichert zweiten Saisonsieg der BVB-Frauen

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Die Nationalspielerinnen Anne Müller und Nadja Mansson mit Caro Thomas / Bildrechte: ©Andrea Müller - HSG Bensheim/Auerbach Flames

19 Paraden, vier gehaltene Siebenmeter – am Ende gab es keinen Zweifel, bei wem sich Borussia Dortmunds Handballerinnen nach dem schmeichelhaften 21:20 (11:9)-Erfolg gegen Aufsteiger Bensheim/Auerbach bedanken mussten. Nach einer über weite Strecken schwachen Leistung mit unglaublich vielen verworfenen Bällen war Clara Woltering die einzige BVB-Spielerin mit Normalform.

Von BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball gab es daher als Anerkennung eine besonders innige Umarmung und Gratulation.

Schon in der Anfangsphase deutete sich an, dass es ein arbeitsreicher Abend werden würde für Woltering – und kein Spiel für schwache Nerven für die rund 700 Zuschauer. Erstaunlich fahrig begannen die Dortmunderinnen, die der Wille zur Wiedergutmachung nach dem durchwachsenen Start in der Liga zu lähmen schien.

Barna stellt Taktik früh um

Schon nach neun Minuten griff Trainerin Ildiko Barna massiv in die eigene Statik ein, stellte in der Abwehr Anne Müller in die Mitte und brachte für die Spanierin Irene Espinola Perez Harma van Kreij. Auf 2:4 verkürzte die Holländerin gleich in ihrer ersten Aktion, zu diesem Zeitpunkt hatte Woltering schon zwei Siebenmeter der Gäste entschärft.

Es blieb ein zähes Ringen um Sicherheit in den eigenen Aktionen. Bensheim hielt wacker mit, bekam auch den ein oder anderen gnädigen Schiedsrichter-Pfiff, doch der BVB drohte eher an den eigenen Problemen im Abschluss zu scheitern als an schwachen Unparteiischen.

Abschlussquote unter 50 Prozent

Mit Müller als stabile Größe im Innenblock holten sich die BVB-Frauen dann über zwei, drei gelungene Abwehraktionen Ballbesitz und die Chance zum Tempogegenstoß. Immerhin der funktionierte in dieser Phase: Von 3:6 ging es im Eiltempo auf 7:6 (20.), doch wirklich besser wurde es auch trotz einer 11:9-Halbzeitführung nicht.

Die Abschlussquote lag auch nach der Pause unter 50 Prozent, damit gewinnt man normalerweise in der Bundesliga keine Spiele. Und mit jedem weiteren Fehlwurf steuerte der BVB einer überraschenden Niederlage entgegen. Woltering hielt, was zu halten war, doch vorne klappte weiter wenig. Von 14:13 ging es binnen Minuten auf 14:18, „in vielen Situationen“, merkte Abteilungsleiter Andreas Heiermann nach der Partie richtig an, „waren wir unerklärlich hektisch“.

„Es war nicht schön“

Doch mit großem Kampfgeist, endlich zupackender Abwehr und vorne auch ein wenig Glück erzwang die Borussia noch den 20:20-Ausgleich. Denn dem Tor von Stella Kramer ging ein Offensivfoul von Harma van Kreij voraus, diesmal pfiffen die Unparteiischen nicht.

Nach Nadja Manssons 21:20 39 Sekunden vor dem Abpfiff durfte dann gebührend gefeiert werden. Der Jubel entsprang vor allem der großen Erleichterung. „Es war nicht schön“, gab Barna zu, „aber heute zählen nur die beiden Punkte.“

Quelle: Dirk Krampe – Ruhr Nachrichten