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Mangelhafte Wurfausbeute führt zur Niederlage

An der Abwehrleistung lag es, zumindest 45 Minuten lang, nicht, dass das Spiel in Bad Wildungen verloren wurde / Bildrechte: ©Andrea Müller

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach verloren das Kellerduell bei der HSG Bad Wildungen Vipers mit 26:19 (10:10). Beste Werferin bei den Flames war Carolin Schmele mit 6/4 Toren, bei den Vipers waren Annika Ingenpaß (7/4) und Laura Vasilescu (6) am erfolgreichsten.

Sie wollten in Bad Wildungen den Anschluss an die Mittelfeldplätze und punktemäßig mit den direkt vor ihnen stehenden Mannschaften gleichziehen. Und das sie gut auf diesen Gegner vorbereitet waren, das haben sie auch zumindest 45 Minuten lang bewiesen, doch wenn man sich insgesamt 25 Fehlwürfe leistet, dabei viele 100%ige Torchancen vergibt und nur 19 Tore erzielt, dann kann es am Ende nur enttäuschend enden – dabei sind 26 auswärts erhaltene Tore durchaus akzeptabel und kein Hindernis für einen doppelten Punktgewinn.

Mit einem Sieg in Bad Wildungen hätten die Flames die Abstiegsränge verlassen und die Vipers wieder mit in den Abstiegskampf gerissen, so bleiben die Vipers als 9. mit Blick aufs Mittelfeld und sind vorerst 4 Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt. Die Flames bleiben auf dem 13. Tabellenplatz.

Vor 1100 Zuschauern in der ausverkauften Ense-Halle verlief das Kellerduell des Hessenderbys bis zum 16:15 (43.) ausgeglichen, bevor die Vipers mit einem 9:0-Lauf zum 25:15 (56.) innerhalb von 13 Minuten davon zogen und das Spiel entschieden. Die Flames konnte ihre 14-minütige Torflaute erst beim 16:25 durch Sanne Hoekstra in der 57. Minute beenden – da war das Spiel schon längst entschieden.

Das die Flames richtig auf den Gegner in der Abwehr eingestellt waren, haben sie in der 1. Halbzeit gezeigt, als sie in der von beiden Mannschaften anfangs sehr nervösen Partie, immer wieder den Ball in der Abwehr eroberten und auch im Angriff die Lücken fanden, doch die eklatante Abschlussschwäche und die dadurch immer stärker werdende Vipers-Torfrau Manuela Brütsch verhinderten eine Flames-Führung (außer dem 0:1 und 1:2) und die Möglichkeit mehr Sicherheit zu bekommen und sich vielleicht sogar etwas abzusetzen. So ging es trotz der 13 Fehlwürfe mit einem 10:10 in die Kabine und alle Chancen waren weiterhin gegeben.

Ausgeglichenes Spiel bis zur 43. Minute

Und die 2. Halbzeit begann gleich mit einer Flames-Führung durch Merel Freriks (32.). Das Spiel blieb ausgeglichen und stand bis Mitte der zweiten Halbzeit weiterhin auf des Messers Schneide, nachdem Sarah van Gulik den 16:15 (43.) Anschlusstreffer erzielte.

Was dann aber die nächsten 14 Minuten passierte ist einfach unerklärlich. Den Flames gelang kein einziger Treffer. Immer wieder scheiderten sie an der ehemaligen Flames-Torfrau Manuela Brütsch, die ihr Tor regelrecht zunagelte und zur überragenden Spielerin dieser Begegnung wurde. Dies sah auch Vipers-Trainerin Tessa Bremmer so: „Heute hatte ich eine sehr gute Abwehr mit einer überragenden Manu dahinter, die uns wirklich in den wichtigen Momenten den A… gerettet hat und ich denke, das war heute auf jeden Fall ein spielentscheidender Faktor“, so Bremmer auf der Pressekonferenz.

Die Mannschaft hatte zwischenzeitlich den Faden verloren und sich ihrem Schicksal nahezu ergeben. „In der 2. Halbzeit war es am Anfang auch noch in Ordnung , aber dann haben wir völlig die Linie verloren. Das darf einfach nicht passieren, dass wir von einem 10:10 auf ein 25:15 kommen und uns auch dem Schicksal ein bisschen ergeben haben. Das müssen wir definitiv aufarbeiten“, sagte eine maßlos enttäuschte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm auf der anschließenden Pressekonferenz.

Dabei hatte die Flames-Trainerin alles versucht, um ihre Mannschaft wieder in die Spur zu bringen und vor allem Ruhe herein zu bringen und die Abwehr mehrfach umgestellt. Aber im Gegensatz zu Tessa Bremmer, die dann für die wurfstarke und sechsmal erfolgreiche Laura Vasilescu eine ebenso treffsichere Sabine Heusdens einsetzen kann, fehlten ihr für den Angriff die alternativen Spieler. Neben den Langzeitverletzten ist gestern auch noch Simone Spur Petersen mit einer Erkältung ausgefallen und man darf auch nicht vergessen, dass die Flames bereits seit Anfang Oktober ohne etatmäßigen Rechtsaußen agieren müssen.

Vipers-Trainerin Tessa Bremmer sagte vor dem Spiel: „Heute wird die bessere Tagesform und der größere Siegeswille entscheidend sein“. Beides hatten ihre Vipers heute, vor allem auch mental, an den Tag gelegt.

Und diese mentale Stärke müssen die Flames auch wieder erhalten. Es muss wieder Jeder für Jeden kämpfen – egal ob ich auf dem Feld stehe oder gerade auf der Bank sitze. Die Flames hat ausgezeichnet, dass sie als Underdog mithalten und überraschen können und bis zur letzten Sekunde fighten und miteinander und füreinander fighten und genau das muss die Mannschaft wieder hinbekommen. Das Saisonziel ist der Klassenerhalt und der ist weiterhin erreichbar, denn es werden noch genügend Punkte vergeben und die Hinrunde ist noch nicht einmal vorbei.

Trotz der bitteren Niederlage sieht dies auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm so: „Nichtsdestotrotz dürfen wir nicht aufgeben, die Hinrunde ist noch nicht ganz zu Ende. Wir haben jetzt noch zwei schwere Spiele, davon eins zu Hause, eins auswärts. Die Saison geht noch bis Ende Mai und wir werden definitiv weiter kämpfen und wir werden unsere Punkte holen. Das kann ich versprechen. Nur, wie gesagt, ist das nach so einer Niederlage natürlich megaschwer“.

Das Spiel muss jetzt von allen verarbeitet und dann abgehakt werden. Dann sind jetzt 2 Wochen Zeit, um sich in Ruhe auf Nellingen vorzubereiten und die alten Tugenden, die die Flames ausgezeichnet haben, wieder hervorzurufen.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (Bensheim):
Glückwunsch an Tessa und die Vipers zu dem verdienten Sieg. Es ist natürlich bitter jetzt hier zu stehen und zu sprechen. Ich glaube, das kann sich jeder vorstellen. Ja, was soll ich sagen. Wir haben das Spiel in meinen Augen schon in der 1. Halbzeit verloren, weil wir in der ersten Halbzeit sage und schreibe 13 Fehlwürfe hatten. Da können sich die Vipers natürlich bei Manu (Anm. der Redaktion: Manuela Brütsch) bedanken, die heute ein sensationelles Spiel gemacht hat. Nichtsdestotrotz gehören da immer zwei dazu und wir haben heute dementsprechend schlecht geworfen. Wenn man in der 1. Halbzeit schon 13 Fehlwürfe hat und es steht 10:10… Ja, wir haben uns einfach nicht belohnt. Wir haben gute Sachen gespielt, aber wir haben diesen Ball nicht ins Tor gebracht und die Abwehr stand auch. In der 2. Halbzeit war es am Anfang auch noch in Ordnung, aber dann haben wir völlig die Linie verloren. Das darf einfach nicht passieren, dass wir von einem 10:10 auf ein 25:15 kommen und uns auch dem Schicksal ein bisschen ergeben haben. Das müssen wir definitiv aufarbeiten. Ich glaube, da müssen wir uns mal in Ruhe zusammensetzen. Nach dem Spiel sind natürlich Emotionen da, da ist dies natürlich schwer. Nichtsdestotrotz bin ich maßlos enttäuscht und ich glaube die Spielerinnen auch. Das müssen wir jetzt erstmal alle sacken lassen und verarbeiten. Vielen Dank.

Frage des Sprechers: Kann es sein, dass ihr deshalb viele Chancen liegen habt lassen, weil ihr größeren Druck hattet, da ihr den Punkterückstand aufholen müsst?

Heike: Wir haben in der 1. Halbzeit gesehen, dass beide Mannschaften Druck hatten. Man kann jetzt sagen, dass wir zu viele technische Fehler und Fehlwürfe gehabt haben, aber das war ja bei Bad Wildungen fast das gleiche. Die haben es nur einfach geschafft in der 2. Halbzeit das Potential abzurufen. Wir wussten von vornerein, dass Tessa diese bärenstarke Mannschaft hat, die bisher unter ihren Möglichkeiten gespielt haben. Das wussten wir und das weiß Tessa auch. Sie haben jetzt mal in zwei Spielen gezeigt, was sie können – in Oldenburg und gegen uns. Von daher – klar ist Druck da, wir stehen unten und wenn ich das Spiel heute so gesehen habe, auch zu recht unten und es wird nicht leichter. Nichtsdestotrotz dürfen wir nicht aufgeben, die Hinrunde ist noch nicht ganz zu Ende, wir haben jetzt noch zwei schwere Spiele, davon eins zu Hause, eins auswärts. Die Saison geht noch bis Ende Mai und wir werden definitiv weiter kämpfen und wir werden unsere Punkte holen. Das kann ich versprechen. Nur, wie gesagt, ist das nach so einer Niederlage natürlich megaschwer.

Tessa Bremmer (HSG Bad Wildungen Vipers):
Ja, ich natürlich richtig glücklich heute. Nicht nur, weil wir das Spiel am Ende sogar richtig deutlich gewonnen haben. Es war heute mal auch ein Spiel, wo sie das Potential angerufen haben, was sie auch gegen Oldenburg gezeigt haben. Wir haben das Spiel gegen Nellingen zwar analysiert, aber ganz schnell abgehakt. Ich wollte einfach nicht mehr zuviel darüber nachdenken, sondern heute einfach frisch anfangen und ich glaube, das ist uns überragend gelungen. Wir wussten, dass es spannend wird und es war auch recht lange spannend. Das haben wir in der 1. Halbzeit gesehen, dass es immer hin und her gegangen ist. Heute hatte ich eine sehr gute Abwehr mit einer überragenden Manu dahinter, die uns wirklich in den wichtigen Momenten den A… gerettet hat und ich denke, das war heute auf jeden Fall ein spielentscheidender Faktor. Ich muss aber auch der Mannschaft ein Riesenkompliment machen, weil wir in der Abwehr immer wieder taktisch umstellen mussten und uns auf eine andere Spielerin rausgehen mussten. Auch im Angriff haben wir immer wieder eine andere Lücke attackieren müssen. Sie haben sich auf viele Veränderung und Spielweisen einstellen müssen und haben sich der Aufgabe gestellt und viele Spielerinnen haben sich in die Verantwortung genommen und das freut mich natürlich, dass die Mannschaft das so super gelöst hat. Von uns ist jetzt erstmal etwas der Druck weg. Das ist schön für uns, dass wir jetzt in Ruhe weiterarbeiten können und hoffentlich auch bald mehr Konstanz reinkriegen können.

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden  – Carolin Schmele (6/4), Rafika Ettaqi (3), Caroline Thomas (2), Martha Logdanidou, Sanne Hoekstra (3), Lisa Friedberger, Merel Freriks (1), Sarah van Gulik (2), Julia Maidhof, Bogna Sobiech (2).