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Hessenderby zum Saisonendspurt

Flames-Torfrau Helen van Beurden trug von 2014-16 selbst das Trikot der Vipers / Bildrechte: ©Andrea Müller

Die Saison 2018/19 in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) biegt auf die Zielgerade ein. Am drittletzten Spieltag empfangen die Flames der HSG Bensheim/Auerbach am Samstag (17:30 Uhr, Weststadthalle) die HSG Bad Wildungen Vipers zum Hessenderby und gleichzeitig vorletzten Heimspiel.

Beide Vereine konnten sich bereits vorzeitig den Klassenerhalt sichern. Dabei bieten sich durchaus auch weitere Parallelen, denn beide Teams sammelten vor allem in den letzten Spielen einige Punkte. Die Vipers liegen mit 18:28 Punkten und 601:645 Toren auf dem 9. Platz und damit mit 3 Punkten Vorsprung unmittelbar vor den Flames. Somit ist bei beiden Mannschaften der Druck weg und sie können befreit aufspielen.

Aus den letzten 5 Spielen holten die Vipers 8:2 Punkte durch Siege in Göppingen und Leverkusen sowie zu Hause gegen Oldenburg und Nellingen. Lediglich in Metzingen musste man sich mit 33:28 geschlagen geben.

Bei dem 33:32 Heimsieg letzte Woche über die Schwaben Hornets des TV Nellingen konnte man einen 15:21 Halbzeitrückstand noch drehen. Nach 51 Minuten führten die Hornets noch mit 5 Toren beim 27:32. Ihnen gelang jedoch in den letzten 9 Minuten kein Treffer mehr und die Vipers konnten in der 59. Minute beim 33:32 das erste und einzige Mal in Führung gehen, was für den Sieg genügte.

Viele Verletzte während der Saison auch bei den Vipers

Wie auch die Flames plagen die Vipers diese Saison Verletzungssorgen. Neben den Langzeitverletzten Annika Busch, Laura Vasilescu, Lisa-Marie Preis und Maxime Struijs musste Vipers-Trainerin Tessa Bremmer die letzten Wochen wegen Wadenproblemen auch auf die Schweizer Rückraumspielerin Romy Bachmann-Morf verzichten, die nach der Saison zum Ligakonkurrenten Göppingen wechselt und voraussichtlich gegen die Flames noch fehlen wird.

Schlimmer erging es den beiden Leistungsträgerinnen Laura Vasilescu und Annika Busch, die verletzungsbedingt während der Saison sogar ihre Karrieren beenden mussten. Vasilescu erzielte beim 26:19 Erfolg der Vipers im Hinspiel noch 6 Tore. Aus diesem Spiel haben die Flames auch noch etwas gut zu machen, denn in Bad Wildungen boten die Flames in der Schlussphase eine indiskutable Leistung. Zur Pause stand es 10:10 und nach 43 Minuten knapp 16:15 für die Vipers, die dann allerdings innerhalb von 13 Minuten auf 25:15 davonzogen, ohne dass die Flames ein Tor erzielen konnten.

Doch das ist Geschichte und seitdem hat sich vieles zum Positiven gewendet und wer die Flames die letzten Wochen gesehen hat, kann davon ausgehen, dass dies nicht mehr passieren wird. Die Mannschaft ist enger zusammengerückt und es steht wieder ein Team auf dem Feld, dass sich auf seine Tugenden besinnt.

Zusammen mit dem Publikum sollen die nächsten Punkte geholt werden

„Wir haben den Tabellennachbarn und gehen natürlich in das Spiel, um zu gewinnen. Das ist ein Hessenderby und das ist immer interessant. Wir waren gegen Bad Wildungen immer dicht dran und jetzt wird es mal Zeit, dass wir uns mal belohnen und die Punkte holen. Mit Verletzungen sind wir beide arg gebeutelt. Wir haben nur noch 9 Spieler, die Vipers auch. Trotzdem haben in den letzten Wochen beide Teams ihre Hausaufgaben gemacht und gute Ergebnisse erzielt. So haben wir uns auch diesmal wieder gut vorbereitet. Wir können beide ohne Druck und befreit in das Spiel gehen und ein richtig gutes Spiel machen. Wir freuen uns darauf, uns in den letzten zwei Heimspielen vor unserem Publikum zu zeigen. Ja und wir haben die Möglichkeit auch zwei Punkte mit unserem Publikum zusammen zu holen”, erklärt Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm wohl wissend, dass ihr Team mit dem 8. Mann im Rücken noch zusätzliche Kräfte mobilisieren kann.

Damit dies gelingt ist wieder eine starke Abwehrleistung, wie in den letzten Heimspielen gegen Halle-Neustadt und Leverkusen gefordert, um den Wirkungskreis der Rückraumschützen einzugrenzen und möglichst auch die Anspiele an Annika Ingenpaß am Kreis zu verhindern.

Mit Anouk Nieuwenweg (122/40 Tore) und Sabine Heusdens (117/30) finden sich gleich 2 Spielerinnen in den Top 10 der Scorer-Liste der HBF.

“Wir wissen, dass sie einen richtig guten Rückraum haben. Anouk Nieuwenweg ist gut, Sabine Heusdens ist gut und auch andere wie Romy Morf-Bachmann”, weiß auch Heike Ahlgrimm um die Gefährlichkeit des Angriffes der Vipers.

Auch wenn beide mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben, so ist das Hessenderby trotzdem ein besonderes Spiel und für die Vipers sowas wie ein Endspiel. Mit einem Sieg bei den Flames würden sie am Ende der Saison vor den Flames bleiben, da dann der Abstand auf die Flames bereits 5 Punkte, bei noch 2 ausstehenden Spielen, beträgt. Die Flames wiederum würden mit einem Heimsieg auf einen Punkt an die Vipers herankommen und hätten noch Chancen auf den 9. Platz.

Ziel wird es daher sein, dass sich diesmal die Schlangen an den Flammen verbrennen und nicht wieder mit ihren Giftzähnen zubeißen können.

“Es sind dann noch zwei Spiele und wir gucken von Spiel zu Spiel und wir gucken auf uns. Wir sind in den letzten Spielen von unserem Publikum auch getragen worden. Dies war gegen Halle so und gegen Leverkusen und warum soll das jetzt nicht wieder so sein. Jetzt gibt es zwei Punkte und die wollen wir bei uns behalten und so gehen wir auch ins Spiel”, gibt sich Heike Ahlgrimm zuversichtlich.