Großer Kampf der Flames wird diesmal mit einem Punkt belohnt

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Großer Kampf der Flames wird diesmal mit einem Punkt belohnt

Rafika Ettaqi setzt sich hier an ihrer alten Wirkungsstätte gegen Johanna Stockschläder und Caroline Müller durch / Bild: ©Andrea Müller

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach haben beim Tabellenvierten Borussia Dortmund einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt geholt. Das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm erkämpfte sich beim Favoriten ein 21:21 (12:9) Unentschieden und hätte sich fast sogar mit einem doppelten Punktgewinn belohnt, doch die Handballfrauen des BVB konnten durch den zusätzlichen Feldspieler im letzten Angriff die Überzahl noch ausnutzen und drei Sekunden vor dem Ende durch Asuka Fujita ausgleichen.

Dreimal standen sich beide Mannschaften seit dem Aufstieg der Flames gegenüber und dreimal verloren die Flames unglücklich gegen die Handballfrauen von Borussia Dortmund, so auch das Hinspiel wenige Sekunden vor dem Ende mit 28:27. Spannung und Dramatik war also bisher in allen Begegnungen gegeben, obwohl der BVB vom Papier her mit vielen aktuellen und ehemaligen Nationalspielerinnen der haushohe Favorit ist.

Und auch das Spiel am Samstag vor 355 Zuschauern in der Sporthalle Bleichstein war wieder ein echter Krimi bis zum Schlusspfiff, bei dem der BVB am Ende vielleicht das Glück etwas mehr auf seiner Seite hatte und noch den Punkt holte. Dabei hatten die Flames bei der 21:20 Führung und eigenem Ballbesitz 40 Sekunden vor dem Ende die Möglichkeit alles klar zu machen, doch ein Ballverlust ermöglichte dem BVB noch die Chance zum Ausgleich, den dieser eiskalt nutzte und die Flames schockte. Auch wenn sich alle im ersten Moment als Verlierer fühlten, so zählt dieser Punkt, der in Dortmund geholt wurde und am Ende der Saison vielleicht noch von großer Bedeutung sein kann.

„Wir haben einen Punkt und der Punkt ist wahnsinnig wichtig. Auch wenn mancher ein bisschen enttäuscht ist, für mich zählt dieser Punkt und sonst nichts anderes“, zog daher auch Heike Ahlgrimm insgesamt ein positives Fazit nach dem Spiel.

Die Flames waren gut ins Spiel gekommen und von der ersten Minute an da und erkämpften sich auch immer wieder den Ball. Allerdings scheiterten sie zu oft an der erneut überragenden ehemaligen Nationaltorhüterin Clara Woltering, die ihre Mannschaft im Spiel hielt und bereits nach 12 Minuten nicht nur freie Bälle, sondern auch beide Siebenmeter der Flames parierte.

Bis zum 8:8 (25. Minute) war das Spiel ausgeglichen, doch dank Woltering gelang es dem BVB sich über 11:8 mit 3 Toren zum 12:9 Halbzeitstand abzusetzen.

Mit einem 3-Tore-Rückstand in die 2. Halbzeit

Die 2. Halbzeit begann mit einem weiteren Tor für Dortmund, denn Johanna Stockschläder brachte den BVB erstmals mit 4 Toren zum 13:9 (33.) in Führung. Doch wer dachte, das Spiel würde jetzt den normalen Lauf nehmen, den man aufgrund des Tabellenstandes erwarten könnte, sah sich getäuscht.

Die Flames konnten durch Sarah van Gulik und 3 Tore von Julia Maidhof zum 13:13 (42.) ausgleichen.

Caroline Müller gelang anschließend die 14:13 (42.) Führung für Dortmund – der erste Treffer für den BVB nach 9 torlosen Minuten.

Lisa Friedberger per Siebenmeter und Rafika Ettaqi sorgten dafür, dass die Flames seit dem 7:6 in der 22. Minute erstmals wieder in Front lagen und weiterhin lautstark von den mitgereisten Fans angefeuert wurden.

Die letzte BVBV-Führung erzielte Hannah Kriese zum 16:15 (46. Minute). Durch einen 4-Tore-Lauf wandelten die Flames den 15:16 Rückstand in eine 19:16 Führung (49.) und schnupperten an der Sensation.

Auch wenn es dann die eingangs beschriebenen dramatischen Schlusssekunden gab, so gelang es doch zumindest etwas den „Fluch“ Dortmund zu bezwingen und sich mit einem Punkt zu belohnen. Dies sah auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm bei der Spielanalyse in der anschließenden Pressekonferenz so: „Wir haben in der 1. Halbzeit eigentlich ganz gut angefangen, haben dann aber auch viele Fehler gemacht und Dortmund sozusagen eingeladen. Wir haben nicht den richtigen Zug zum Tor gehabt und wir lagen verdient mit 3 Toren hinten. In der Halbzeit haben wir uns gesagt, dass wir noch 30 Minuten Zeit haben und dass wir unsere Chancen nutzen müssen. Dann hatten wir diese starke Phase. Wir führen mit 3 Toren und am Ende fehlte vielleicht das kleine Quäntchen Glück. Aber wir haben einen Punkt. Wir haben einen Punkt in Dortmund geholt, der im Abstiegskampf enorm wichtig sein kann. Das habe ich meinen Mädels auch gerade gesagt, dass sie hier auch erhobenen Hauptes nach Hause gehen können. Wie gesagt, der Punkt ist wichtig und nur das zählt“.

BVB-Trainer Gino Smits war zwar zufrieden, dass es am Ende noch einen Punkt gab, nicht aber mit dem Spiel seiner Mannschaft. „Dass es ein schwieriges Spiel sein würde, war schon im Vorfeld bekannt. Wir haben uns vorne eigentlich über das ganze Spiel, bis auf das Ende der 1. Halbzeit, schwer getan. Wir hatten zu viele technische Fehler im Angriff und haben eigentlich nie den Rhythmus gefunden. Trotzdem muss ich sagen, mit 21 Gegentoren gewinnt man normalerweise ein Spiel. Aber unser Angriff war heute einfach nicht gut. Wir haben 15 technische Fehler gemacht in der 2. Halbzeit und haben 5 Tore im Gegenstoß bekommen. Das war schon schlecht. Wir müssen glücklich sein, dass wir das Spiel noch gedreht haben und in den letzten paar Sekunden das Unentschieden geworfen haben“, so Smits nach dem Spiel.

Dieser Punktgewinn war enorm wichtig und sollte auch viel Selbstvertrauen für das anstehende Kellerduell gegen Halle-Neustadt geben. Die Wildcats des SV Union Halle-Neustadt gaben durch ein 33:30 (14:18) gegen den TV Nellingen die rote Laterne an die Schwaben Hornets ab. Die Flames zogen durch den Punktgewinn sogar an der Neckarsulmer Sport-Union vorbei, die durch die 19:34 Niederlage gegen den Thüringer HC die schlechtere Tordifferenz aufweist. Da vier Teams am Tabellenende nur durch zwei Punkte getrennt sind, dürfte der Abstiegskampf in den nächsten Wochen noch weiter spannend bleiben, bis feststeht wer der 2. Absteiger neben dem TV Nellingen sein wird.

Die Flames empfangen am Samstag, 06.04.2019 um 17.30 Uhr (Weststadthalle in Bensheim) mit den Wildcats des SV Union Halle-Neustadt einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Rafika Ettaqi (1), Caroline Hettinger (1), Martha Logdanidou, Simone Spur Petersen (3), Sanne Hoekstra, Lisa Friedberger (4/3), Merel Freriks (1), Sarah van Gulik (4), Julia Maidhof (6/1), Bogna Sobiech (3).

Borussia Dortmund:
Clara Woltering, Yara ten Holte – Saskia Weisheitel, Caroline Müller (1), Anne Müller (2), Leonie Kockel, Hildigunnar Einarsdóttir (1), Johanna Stockschläder (4), Harma van Kreij (3), Svenja Huber, Asuka Fujita (6/2), Mira Emberovics, Dana Bleckmann, Hannah Kriese (4).

Siebenmeter: 2/2 – 6/4 (Maidhof und Hoekstra scheitern an Woltering)

Zeitstrafen: BVB 2 – HSG 1

Schiedsrichter: Jannik Otto, Raphael Piper

Zuschauer: 355