Flames wollen möglichst lange mithalten

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Flames wollen möglichst lange mithalten

Schätzen sich und die Arbeit des anderen gegenseitig: THC-Trainer Herbert Müller und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm (hier beim Hinspiel in Bensheim) / Bild: ©Andrea Müller

Wenn die Flames der HSG Bensheim/Auerbach am Mittwoch, 20.02.2019 (19.30 Uhr, Salza-Halle,  Bad Langensalza) zum Deutschen Meister und haushohen Favoriten Thüringer HC fahren, dann sind die Rollen mal wieder klar verteilt. Wie bereits in den letzten Begegnungen gegeneinander spielt hier erneut David gegen Goliath. Das Spiel wird vorgezogen, da der THC am Wochenende wieder Champions League beim FTC-Rail Cargo Hungaria spielt.

Während die Flames letztes Wochenende zu Hause gegen den Buxtehuder SV vielleicht noch auf eine kleine Überraschung und Bonuspunkte hoffen konnten, so sind sie beim THC klarer Außenseiter und das Ziel kann nur sein, möglichst lange mitzuhalten, sie etwas zu ärgern und die Tordifferenz möglichst gering zu halten, denn die kann für den Kampf um den Klassenerhalt noch eine sehr wichtige Rolle spielen.

Während die Flames mit 6:22 Punkten als Zwölfter eine Tordifferenz von -55 Toren aufweisen, hat der Meister sich mit 24:2 Zählern und der Tordifferenz von +99 Tore bislang nur dem verlustpunktfreien Spitzenreiter Bietigheim geschlagen geben müssen. Die Mannschaft von THC-Trainer Herbert Müller ist gespickt mit deutschen und internationalen Nationalspielerinnen. Nationalspielerin Emily Bölk belegt mit 90/17 Toren derzeit Platz 3 der Torschützenliste in der Handball Bundesliga Frauen (HBF).

Der THC hatte die letzten Wochen mit vielen Verletzungen kämpfen müssen, doch das Lazarett hat sich ziemlich gelichtet und Leistungsträgerinnen wie Alicia Stolle oder die Torschützenkönigin der letzten Saison, Iveta Luzumová, stehen wieder im Kader. Außerdem reagierte der THC auf die Verletzungen und verstärkte sich Anfang des Jahres noch mit der ehemaligen Deutschen Nationalspielerin Nina Müller (geb. Wörz). Zudem kehrte Kerstin Wohlbold nach ihrer Babypause wieder in den Kader zurück.

Wie stark der THC ist zeigt der 33:22 Auswärtssieg letzte Woche in Nellingen. Obwohl die Schwaben Hornets 60 Minuten lang aufopferungsvoll gekämpft haben und der THC die letzten 10 Minuten einen Gang zurückgeschaltet hat, konnte man mit einem 11-Tore-Vorsprung nach Hause fahren.

Das Hinspiel am 15.09.2018 war ebenfalls eine klare Angelegenheit. Der THC gewann mit 34:22 gegen die Flames. Eine gute Viertelstunde konnten die Flames dem Deutschen Meister Paroli bieten, was vor allem einer in der 1. Halbzeit überragenden Jessica Kockler im Tor der Flames zu verdanken war. Sie entschärfte damals gleich mehrere 100%ige Torchancen des THC. In der 2. Halbzeit spielte der THC dann allerdings seine individuelle Klasse aus, was zu dem deutlichen Endergebnis führte. Und ein deutlicher Sieg vor eigenem Publikum ist sicher auch erneut das Ziel des Titelanwärters.

Dass für die Flames hier erneut nur die Rolle des Underdogs bleibt, dürfte jedem Handballfachkundigen klar sein. Alles andere ist leider realitätsfern. Dies sieht auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm so und bleibt daher realistisch: „Das Spiel ist David gegen Goliath. Der Zweite spielt gegen den Drittletzten. Der Thüringer HC spielt am Wochenende wieder Champions League und bereitet sich intensiv darauf vor. Sie haben gegen Nellingen fast die ganze Zeit 7 gegen 6 gespielt und haben das da auch für die Champions League unter Wettkampfbedingungen geübt. Deswegen gehe ich davon aus, dass sie das gegen uns auch weitermachen werden. Wir sind für den THC nur Durchgangsstation. Wir haben uns schon ein bisschen was vorgenommen, so eins, zwei Aufgaben für das Spiel. Die werden wir versuchen umzusetzen und dann schauen wir, dass wir sie lange gut ärgern können. Sie haben in den letzten Wochen auch mal paar knappe Ergebnisse gehabt. Das letzte Spiel am Wochenende haben sie wieder hoch gewonnen. Sie hatten viele Verletzte, die alle jetzt nach und nach wieder kommen. Außerdem haben sie mit Müller und Wohlbold nochmal nachgelegt. Wir wissen, was auf uns zukommt. Eine volle Halle und eine tolle Stimmung. Wir wollen da einfach hinfahren, ein tolles Spiel machen und schauen, dass wir auf uns gucken“, hofft Heike Ahlgrimm auf eine gute Leistung ihres Teams und ein möglichst enges Ergebnis gegen den amtierenden Meister.