Flames verspielen deutliche Halbzeitführung und verpassen Sensation

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Flames verspielen deutliche Halbzeitführung und verpassen Sensation

Erfolgsgarant vom Siebenmeterpunkt: Carolin Schmele verwandelte sicher alle 9 Siebenmeter und war mit ihren insgesamt 11 Toren beste Torschützin der Flames / Bildrechte: ©Andrea Müller

Sie waren wieder so nahe dran einem Favoriten Punkte abzuknöpfen und standen am Ende wieder mit leeren Händen da. Mit 28:29 (15:10) verloren die Flames der HSG Bensheim/Auerbach am Samstagabend gegen Frisch Auf Göppingen, weil sie es nicht schafften die tolle Leistung der 1. Halbzeit im 2. Abschnitt weiter zu führen und sich am Ende wenigstens noch mit einem Punkt vor 1020 Zuschauern in der Weststadthalle zu belohnen. Erfolgreichste Torschützinnen waren Carolin Schmele (11/9 Tore) bei den Flames und Iris Gubernic (10/5) bei Göppingen.

Die Flames gingen als Außenseiter in dieses Spiel. Die Grün-Weißen aus Göppingen kamen als Tabellenvierter mit 10:4 Punkten und bisher nur einer Niederlage zu den Flames, die mit 4:10 Punkten auf dem 10. Tabellenplatz standen.

Der Favorit ging auch mit 1:0 durch Iris Gubernic per Siebenmeter in Führung. Doch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm hatte ihre Mannschaft die Woche über richtig gut im Training auf den Gegner und dessen Abwehrformation eingestellt. Lisa Friedberger sorgte mit ihren 2 Treffern zum 2:1 für die 1. Führung der Flames in der  3. Minute. Die Abwehr stand gut und so bauten sie den Vorsprung über 5:2 (9.) auf 8:4 (13.) und 11:6 (17.) aus. Es war ein starkes Spiel der Flames, die das Spiel bestimmten und auch in der Höhe völlig verdient beim 15:10 mit einem 5-Tore-Vorspung in die Kabine gingen.

Wer die Flames in der 1. Halbzeit spielen hat sehen konnte sich eigentlich nicht vorstellen, dass das Spiel noch einmal kippen könnte. Doch die 2. Halbzeit war spiegelverkehrt zur  Ersten und es ist schwer zu erklären, warum es den Flames nicht gelang da weiterzumachen, wo sie zur Pause aufgehört hatten.

Dabei erzielten sie beim 16:10 (31.) durch Merel Freriks noch das 1. Tor im 2. Abschnitt. Göppingen wurde danach stärker, profitierte dabei aber in erster Linie auch aus den Fehlern der Flames. die sich nun zahlreiche technische Fehler leisteten und ihre Chancen auch nicht mehr so konsequent verwerteten und den Grün-Weißen die Möglichkeiten heranzukommen auf dem Tablett servierten. Diese Einladung lässt sich in der 1. Liga kaum ein Gegner entgehen. Nur 4 Minuten später waren die 6 Tore auf 2 Tore beim 16:14 (35.) geschrumpft. Carolin Schmele erhöhte per Siebenmeter wieder auf 3 zum 17:14 (35.). Aus diesem 14:17 Rückstand machten die Grün-Weißen ein 20:17 (44.). Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm versuchte beim Stande von 17:16  (40.) ihr Team wieder auf den richtigen Weg zu bringen, doch gelang es ihrer Abwehr zu diesem Zeitpunkt nicht Prudence George Kinlend in Griff zu bekomme, die vom 17:17 bis zum 20:17 für Göppingen viermal in Folge traf.

Carolin Schmele verkürzte wieder auf 2 Tore zum 18:20 (45.). So ging das Spielchen munter weiter. Göppingen erhöhte auf drei und die Flames verkürzten immer wieder auf zwei bis zum 23:26 (54.).

Drei Siebenmetertore von Carolin Schmele, die alle ihre neun Strafwürfe sicher verwandelte, sorgten erstmals wieder für den Ausgleich zum 26:26 (57.). Jetzt hatten alle wieder die Hoffnung, dass sich das Blatt doch noch zum Guten wenden könnte. Die Zuschauer hielt es schon längst nicht mehr auf den Sitzen und sie feuerten ihre Flammen lautstark an.

„Wieder Danke für die tolle Unterstützung. Ich glaube, dass das immer ganz wichtig ist, dass ihr trotz allem auch in schweren Zeiten hinter uns steht. Vielen Dank“, galten daher bei der Pressekonferenz auch die ersten Worte von Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm dem tollen Publikum.

Göppingen ging zweimal wieder in Führung. Lisa Friedberger zum 27:27 (58.) und Julia Maidhof, die nach ihrer Grippe donnerstags erstmals wieder ins Training einsteigen konnte, zum 28:28, hielten die Hoffnung auf wenigstens einen Punkt weiter offen. Das Siebenmetertor zum 28:29 von Iris Gubernic 10 Sekunden vor dem Ende besiegelte die Niederlage und brachte die kämpfenden Flames erneut um den Lohn.

Wie auch ihr Team war Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm sichtlich niedergeschlagen. „Wir haben in der 1. Halbzeit richtig gut gespielt und haben alles das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir sind dann sehr, sehr schlecht aus der Halbzeit gekommen und haben in der 2. Halbzeit in der Abwehr überhaupt keinen Zugriff mehr bekommen.  Wir kriegen 12 Tore, machen selber aber nur noch 5. Das sind Sachen, das muss ich mir auch nochmal anschauen, das darf uns nicht passieren. Dann kämpfen wir uns wieder heran, wir kriegen die Kurve und dann belohnen wir uns nicht. Dann ist es natürlich schwierig hier nach einer Niederlage zu stehen. Ich habe deswegen jetzt nochmal kurz mit den Mädels gesprochen, weil wir paar Tage frei haben und den Kopf frei kriegen müssen. Wir werden wieder kommen, wir werden wieder angreifen und wir müssen dann unbedingt sehen, dass wir diese schlechten Phasen wegbekommen und dass wir 60 Minuten überstehen. Wir müssen nicht überragend spielen, wir müssen nur konstant spielen und  wir müssen es schaffen uns anzuspielen. Wir machen einfach viel zu viele Fehler. Das müssen wir jetzt aufarbeiten und dann geht es weiter“, versprach Heike Ahlgrimm bei der Pressekonferenz nach dem Spiel mit Blick auf die restliche Saison.

Die Flames verabschieden sich erst einmal in die EM-Pause und  haben paar Tage frei, bevor Trainerin Heike Ahlgrimm mit der Mannschaft in die 2. Vorbereitungsphase geht, um in der noch lange dauernden Runde die nötigen Punkte für den Klassenerhalt 2.0 zu holen.

Natürlich wären alle lieber mit 2 Punkten mehr in diese Pause gegangen – egal ob Mannschaft, Trainer oder Zuschauer. Doch gilt es jetzt weiter ruhig zu bleiben und jeder sich auf sich und seine Aufgaben zu konzentrieren. Das diese Saison viel schwerer wird, wusste jeder und man darf nicht vergessen, dass die Flames letztes Jahr zur selben Zeit mit 0 Punkten da standen. Die Mannschaft hat sich unter Heike Ahlgrimm Schritt für Schritt weiterentwickelt und wird es auch weiter tun. Es gibt noch viele Punkte diese Saison zu holen und wenn es jeder Spielerin gelingt sich auf dem Feld keine „Auszeiten“ mehr zu nehmen und 60 Minuten konstanter zu spielen, dann werden auch noch einige Punkte auf dem Flameskonto landen.

Das nächste Spiel ist nach der EM-Pause und Weihnachten am 27.12.2018 um 19.30 Uhr beim TSV Bayer 04 Leverkusen. Bereits 2 Tage später, am 29.12.2018 geht es um 17.30 Uhr in der Weststadthalle gegen die TuS Metzingen.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden  – Carolin Schmele (11/9), Rafika Ettaqi, Caroline Thomas (2), Martha Logdanidou, Simone Spur Petersen (1), Sanne Hoekstra, Lisa Friedberger (4), Merel Freriks (4), Sarah van Gulik, Julia Maidhof (2), Bogna Sobiech (4).

Frisch Auf Göppingen:
Branca Zec, Edit Lengyel – Anja Brugger (3), Annika Blanke (4), Johann Schindler (3), Prudence Kinlend (7), Iris Guberinic (10/5), Sina Ehmann, Petra  Adamkova (2), Lina Krhlikar, Anna Bergschneider

Siebenmeter: 9/9 – 7/5

Schiedsrichter: Maike Merz, Tanja Schilha

Zuschauer: 1020