Flames starten am Samstag in die 1. Bundesliga – Interview mit Trainerin Heike Ahlgrimm

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Flames starten am Samstag in die 1. Bundesliga – Interview mit Trainerin Heike Ahlgrimm

Die neue Co-Trainerin Ilka Fickinger (im Bild links) im Gespräch mit Heike Ahlgrimm / Bildrechte: © HSG Bensheim/Auerbach Flames

Die neue Co-Trainerin Ilka Fickinger (im Bild links) im Gespräch mit Heike Ahlgrimm / Bildrechte: © HSG Bensheim/Auerbach Flames

Am Wochenende startet die Handball-Bundesliga der Frauen in die neue Saison und für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach ist es nach dem grandiosen Aufstieg der 1. Auftritt in der 1. Liga. Um 17.30 Uhr empfangen die Flames in der Weststatthalle die Vipers der HSG Bad Wildungen. Andrea Müller sprach mit Trainerin Heike Ahlgrimm kurz vor Rundenstart über die Vorbereitung und die neue Saison.

Heike, hinter Euch liegen jetzt gut 8 Wochen Vorbereitung mit 3 Turnieren und einigen Vorbereitungsspielen, u.a. auch gegen die Bundesligisten Dortmund und Bad Wildungen. Wie ist die Vorbereitung aus Deiner Sicht gelaufen und welche Unterschiede gab es zur Vorbereitung im letzten Jahr?

Heike Ahlgrimm: Dieses Jahr hatte die Vorbereitung Höhen und Tiefen. Wir hatten viele Verletzungen, was natürlich ärgerlich ist, weil dann immer die gleichen wieder kämpfen müssen. Nichtsdestotrotz haben wir immer wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Wichtig ist, was dabei herauskommt am Samstag beim ersten Spiel. Ich bin überzeugt, dass wir viel gelernt haben in der Vorbereitung. Wir müssen viel kämpfen dieses Jahr und die Mädels sind natürlich etwas nervös vor der 1. Liga. Ich bin aber felsenfest davon überzeugt, dass wir eine konkurrenzfähige Mannschaft haben, die da ist, wenn es darauf ankommt

Du hast mit Jessica Kockler, Lena Ebel, Rafika Ettaqi, Merel Freriks und Bogna Sobiech fünf Neuzugänge im Team. Wie haben sich die Neuzugänge eingelebt und was erwartest Du von Ihnen?

Heike Ahlgrimm: Die Neuzugänge haben sich super eingelebt. Wir haben hierbei ein glückliches Händchen bewiesen, die passen alle super ins Team und sind schon klasse integriert. Wir haben auch alle viel dafür getan. Es sind allesamt Verstärkungen. Wir haben uns hier ja gezielt für bestimmte Positionen Spielerinnen gesucht. Ich kann jetzt schon sagen, dass alle fünf eine riesen Verstärkung für uns sind und eine tolle Runde spielen werden. Wir haben jetzt Konkurrenzkampf auf allen Positionen. Das ist das, was uns nach vorne bringt und was wir auch brauchen, um in der 1. Liga zu bestehen. Wir brauchen den Konkurrenzkampf und immer 100% Einsatz im Training genauso brauchen wir hohe Qualität und Quantität, die wir jetzt mit dem großen Kader haben. Wenn alle da sind, dann wird man noch eine Steigerung sehen.

Wie würdest Du Dein Team charakterisieren? Wo siehst Du die Stärken und wo Schwächen?

Heike Ahlgrimm: Eine Stärke ist auf jeden Fall, dass wir ein Team sind, was für mich eine ganz große Stärke ist. Wir haben eine tolle Abwehr, die 3:2:1-Abwehr haben wir letztes Jahr schon praktiziert und werden dies dieses Jahr auch wieder machen. Natürlich werden wir auch andere Sachen probieren, aber das ist das, was wir können. Ebenso mit  viel Tempo nach vorne gehen. Das schnelle Spiel haben wir noch etwas verfeinert und verbessert. Was wir noch machen und lernen müssen, ist den Kopf immer oben zu halten. Das fehlt uns noch etwas, wir beschäftigen uns noch zu viel mit kleinen Dingen. Hier müssen wir einfach mutiger sein, denn wir können mit viel Selbstvertrauen auftreten. Wir haben es uns verdient 1. Liga zu spielen, dafür haben wir letzte Saison ein Jahr gekämpft und die Mädels freuen sich einfach darauf. Für uns ist es wichtig von Spiel zu Spiel zu schauen und uns zu freuen, auf alles was da kommt. Mit Rückschlägen umzugehen müssen wir lernen, aber ich bin überzeugt, dass wir das meistern werden.

Letzte Saison gab es in der 1. Liga eine Übermannschaft mit Bietigheim, dann kamen 6 Mannschaften, die um die Plätze 2 -8 gespielt haben und der Rest hat gegen den Abstieg gekämpft. Diese Saison hat die Liga insgesamt enorm aufgerüstet, dabei nicht nur Mannschaften wie Dortmund oder Thüringen, sondern auch Mannschaften wie Bad Wildungen, was den Klassenerhalt zusätzlich erschweren wird. Wie siehst Du die Liga in der neuen Saison? Wer sind für Dich die Titelkandidaten und wer die Abstiegskandidaten?

Heike Ahlgrimm: Ich glaube, dass die Liga eine Drei-Klassen-Gesellschaft ist, genauso wie letztes Jahr. Bietigheim ist nicht mehr die Übermannschaft, aber noch vorne, nur nicht mehr so allein herrschend wie letzte Saison. Metzingen und Erfurt haben sich super verstärkt und spielen für mich da oben auch eine große Rolle mit. Dann kommt ein größeres Mittelfeld, wo man nicht genau weiß, was passiert dort mit Mannschaften wie Dortmund, Buxtehude und Leverkusen. Blomberg und Bad Wildungen haben einen großen Umbruch hinter sich und ihre Kader verstärkt. Oldenburg kann ich derzeit schlecht einschätzen, die haben auch einen neuen Trainer. Und dann kommen unten Mannschaften, wie Neckarsulm, Göppingen, Nellingen, Rödertal und wir. Das sind Mannschaften die kämpfen um den Abstieg. Aber wir sind gekommen, um zu bleiben und ich bin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, wir müssen Punkte sammeln und schauen, dass wir zu Hause eine Macht sind. Ich hoffe, dass wir zu Hause 1000 Zuschauer haben und dann entsprechend heimstark sind.

Nach der grandiosen letzten Saison mit Meisterschaft und Aufstieg, was eigentlich im 2-Jahresplan erst für diese Saison geplant war sind natürlich Spielerinnen, Fans und das Umfeld erfolgsverwöhnt. Mancher hat im Vorfeld jetzt schon von einem einstelligen Tabellenplatz geträumt. Wer sich im Handball und der Bundesliga jedoch auskennt, dem ist klar, dass es ein harter Kampf um den Klassenerhalt werden wird. Siehst Du hier ein Problem, dass Anspruch mancher Leute und Wirklichkeit auseinanderklaffen könnten?

Heike Ahlgrimm: Das ist immer so. Wenn man Erfolg hat sind die Leute da, aber ich glaube, dass jeder weiß, dass wir eine junge Mannschaft haben und dass wir eine Saison, wie letztes Jahr, dieses Jahr nicht spielen können. Für die Zuschauer ist es wichtig, dass wir mit Leidenschaft spielen, dass wir ein flammendes Herz haben, das wir alles geben und dann mache ich mir auch keine Sorgen. Es wird Mannschaften geben, wo wir überhaupt keine Möglichkeiten haben, aber es wird auch Mannschaften geben, die wir ärgern können. Wenn wir richtig Gas geben, werden das die Leute tolerieren. Für die Zuschauer ist es wichtig die Leidenschaft zu sehen und wenn wir alles tun, dann werden sie auch als 8. Mann hinter uns stehen. Wenn man sieht, da ist eine Mannschaft, die rackert, kämpft und wirklich alles macht, aber am Ende verliert, werden sie uns trotzdem unterstützen. Es muss jedem bewusst sein, dass so eine Saison wie letztes Jahr zwar schön ist, aber das ist Vergangenheit und jetzt wird nur noch positiv nach vorne geschaut.

Hast Du persönlich einen Wunsch oder eine Bitte an das Umfeld, wie Verein, Fans, Partner, Zuschauer und Sponsoren?

Heike Ahlgrimm: Ich wünsche mir, dass sie uns immer unterstützen und immer als 8. Mann hinter uns stehen. Das sie, auch wenn es mal nicht so gut läuft, ein Signal senden, dass sie aufstehen und uns zeigen, dass sie für uns da sind. Egal was ist, dass sie uns zeigen, dass sie hinter uns stehen. Ich glaube, dass wir hier als Mannschaft mit Sponsoren, Zuschauern etc. noch vieles ausbauen können. Wir sind immer noch ein kleiner Verein, eine Familie und haben in den letzten Jahren schon wahnsinnig viel aufgebaut und wollen einfach alle zusammen in der 1. Liga bleiben und das geht nur zusammen mit Sponsoren, Fans und Mannschaft.

Vielen Dank für das nette Gespräch und viel Erfolg in der 1. Liga!!