Flames leisten sich zu viele Fehler

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Flames leisten sich zu viele Fehler

Wie bereits im Hinspiel (hier Celine Michielsen mit Caro Thomas) leisteten sich die Flames zu viele Fehler und Fehlwürfe und hatten dadurch erneut das Nachsehen Bild: ©Andrea Müller

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach konnten auch gegen die HSG Blomberg-Lippe keine wichtigen Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gewinnen. Die Mannschaft von Trainerin Heike Ahlgrimm leistete sich zu viele einfache Fehler und musste sich den Nelkenstädterinnen am Ende mit 25:30 (11:14) geschlagen geben. Da sich Nellingen und Neckarsulm im Kellerduell 35:35 Unentschieden trennten rutschen die Flames nach dieser Niederlage auf einen Abstiegsplatz. Erfolgreichste Torschützinnen bei den Flames waren Simone Spur Petersen mit 8 Toren und Julia Maidhof (7/5) sowie Gisa Klaunig (6) und Silvia Ndidi Agwunedu (6/5) für die HSG.

„Wir haben es heute einfach nicht geschafft unsere Fehler abzustellen. Wir haben immer, wenn wir wieder dran waren, verworfen. Wir haben einfache Fehler gemacht, drei Siebenmeter verworfen und das rächt sich halt. So kann man kein Spiel gewinnen. Dementsprechend sitzt die Enttäuschung heute natürlich relativ tief“, äußerte sich Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm zur Niederlage nach dem Spiel.

Nach dem positiven Auftritt beim Deutschen Meister Thüringer HC gingen die Flames mit der Zielvorgabe beide Punkte zu holen, ins Spiel. Und sie begannen auch richtig gut. Durch Tore von Bogna Sobiech und Julia Maidhof per Siebenmeter lagen die Flames nach knapp 5 Minuten mit 2:0 in Führung. Nach 9 Minuten stand es 5:3. Durch einen 3-Tore-Lauf ging Blomberg beim 5:6 (13.) durch Angela Steenbakkers erstmals in Führung. Merel Freriks glich aus und Gisa Klaunig brachte die HSG wieder mit 6:7 (14.) in Front. Die Flames hatten wieder die Chance zum Ausgleich, doch Lisa Friedberger scheiterte vom Siebenmeterpunkt. Blomberg erhöhte durch Gisa Klaunig und Tessa van Zijl auf 6:9 (16.) und war erstmals mit 3 Toren vorne. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte sofort mit einem Team-Timeout.

Das nächste Tor erzielte gut 3 Minuten später wieder die HSG beim 6:10 durch Tessa van Zijl. Simone Spur Petersen brachte ihre Flames mit 2 Toren wieder auf 8:10 (21.) heran. Auf mangelnde Chancenverwertung und Abspielfehler im Angriff folgte dann auch in der Abwehr oft ein zu später Zugriff auf den Angriffsspieler. Flames-Torfrau Helen van Beurden konnte hier zwar dreimal hintereinander die freien Würfe parieren, doch jedes Mal gab es den Siebenmeter, die alle drei von Silvia Ndidi Agwunedu sicher verwandelt wurden und Blomberg beim 8:13 (26.) einen 5-Tore-Vorsprung bescherten.

Trotzdem gaben die Flames nicht auf und kämpften sich bis zur Pause wieder auf 3 Tore zum 11:14 Halbzeitstand heran.

In der 2. Halbzeit erzielten die Gäste das 1. Tor durch Kamila Kordovska zum 11:15 (31.). Julia Maidhof scheiterte per Siebenmeter an Blombergs Torfrau Anna Monz. Silvia Ndidi Agwunedu sorgte dafür durch ihren 4. verwandelten Siebenmeter für das 11:16 (32.). Die Flames verkürzten anschließend mehrfach, doch Blomberg antwortete sofort mit einem weiteren Tor. So blieb es bis zum 15:20 (39.) beim 5-Tore-Rückstand.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nahm ihre 2. Auszeit (41.) und stellte ihre Abwehr um. Das zeigte Wirkung. Der Gegner hatte Probleme mit der offenen Deckung und die Flames eroberten sich mehrmals in der Abwehr den Ball. Zwei Tore von Rafika Ettaqi brachten die Flames auf 17:20 (42.) heran. Simone Spur Petersen hätte nun auf 2 Tore verkürzen können, doch sie warf den Siebenmeter neben das Tor (44.). Die Flames eroberten sich in der Abwehr wieder den Ball, doch nun vergab Bogna Sobiech den Tempogegenstoß und somit die nächste 100%ige Chance.

Nun nahm Blombergs Trainer Steffen Birkner sein 2. Team-Timeout, um sein Team wieder neu zu ordnen.

Julia Maidhof verwandelte den nächsten Siebenmeter sicher zum 18:20 (45.) und die Flames waren endgültig wieder im Spiel und hatten die Chance bis auf ein Tor heran zukommen und das Spiel dadurch vielleicht zu drehen.

Blomberg war in dieser Phase aber einfach cleverer und verwertete seine Chancen besser, so dass sie sich wieder auf 18:22 absetzten und den Vorsprung bis zum Schluss verteidigten. Näher wie auf 3 Tore beim 24:27 kamen die Flames nicht mehr heran.

So vergaben die Flames erneute zwei mögliche Punkte, die sie dringend gebraucht hätten und den Druck jetzt noch verschärfen und die Ausgangslage für die nächsten Spiele nicht leichter machen.

Nächste Woche wartet auf die Flames bei der Neckarsulmer Sportunion ein 4-Punkte-Spiel und auf das gilt es sich jetzt, nach einer Analyse dieses Spiels, konzentriert vorzubereiten und die Fehler schnellstens abzustellen.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Glückwunsch erstmal an Blomberg für den am Ende auch verdienten Sieg. Wir haben es heute einfach nicht geschafft unsere Fehler abzustellen. Wir haben immer, wenn wir wieder dran waren, verworfen, wir haben drei Siebenmeter verworfen und das rächt sich halt. So kann man kein Spiel gewinnen. Dementsprechend sitzt die Enttäuschung heute natürlich relativ tief.

Wir haben dann versucht alles auf eine Karte zu setzen. Wir haben eine offensive Abwehr gespielt, was teilweise richtig gut geklappt hat, aber die natürlich auch damit zu tun hat, dass wenn Fehler passieren wir Blomberg zu viel zum Tempo eingeladen haben und wir es nicht geschafft haben das technische Spiel zu unterbinden. Wir kriegen heute 30 Tore. Das kann nicht unser Anspruch sein. Das können wir viel, viel besser. Wir müssen auch heute sagen, dass wir das Spiel verloren haben, weil wir uns mal wieder selber geschlagen haben. Das tut sehr, sehr weh. Wir müssen das nochmal analysieren und werden uns das Spiel auch anschauen. Aber wir haben auch wieder zu viele Möglichkeiten liegen gelassen. Wir hatten auch in der 1. Halbzeit schon viele Möglichkeiten. Wir haben in der 1. Halbzeit gut angefangen. Haben viele Dinge richtig gemacht. Dann hatten wir wieder einen Hänger, wo Blomberg mit 3 Toren weggeht und diesem Rückstand sind wir dem ganzen Spiel hinterher gelaufen. Am Ende des Tages müssen wir einfach sagen, dass es unsererseits nicht gereicht hat.

Wir haben uns heute vorgenommen, dass wir gegen Blomberg gewinnen wollen. Wir haben richtig gut trainiert und hatten Rückenwind durch das gute Spiel in Thüringen, wo natürlich auch paar Sachen nicht funktioniert haben. Aber wir waren optimistisch. So sind wir in das Spiel gegangen und haben gesagt, dass wir 2 Punkte holen. Doch die haben wir nicht geholt und die haben wir deswegen nicht geholt, weil wir einfach zu viele Fehler machen. Wir machen zu viele einfache Fehler, wir machen Abspielfehler, wir erkämpfen uns den Ball, um ihn dann wieder zu verlieren. Dann steht es 18:20 und wir haben die Chance auf eins zu verkürzen und wir verwerfen wieder. Das sind halt Knackpunkte in einem Spiel. Im Gegenzug sind wir dann wieder drei hinten. Das rächt sich und das müssen wir dringend abstellen. Da müssen wir weiter dran arbeiten, weil uns das das Genick bricht. Deswegen haben wir heute auch gegen Blomberg verloren.

Steffen Birkner (HSG Blomberg-Lippe):
Wir haben auswärts bisher diese Saison noch nicht so viel geholt. Das haben wir die letzten Wochen miteinander besprochen und zusammen gesessen. Das ist heute ordentlich gelungen. Das war heute wirklich kein Spiel für Handballastäthen, aber dafür standen am Ende des Tages für beide Mannschaften auch 2 Punkte auf dem Spiel. Wir wussten, dass wir auf eine kämpferisch stark spielende Mannschaft treffen, gerade zu Hause. Wir schaffen es in der 1. Halbzeit manchmal nicht genug anzugreifen und uns fehlte auch etwas Tiefendruck. Machen das aber trotzdem ordentlich und kriegen nur 11 Gegentore. In der 2. Halbzeit freut es mich, dass wir einfach in den kritischen Phasen ruhig geblieben sind, dass wir das Glück auf unserer Seite hatten. Ich bin froh, dass wir hier 2 Punkte geholt haben, dass wir gewonnen haben und dass wir mit 15 Punkten den Anschluss ans Mittelfeld gehalten haben. Das es heute ein anstrengendes und schweres Spiel wird, das wussten wir, weil Bensheim eine ordentliche Mannschaft hat, die kampfstark ist. Deswegen bin ich überglücklich hier zwei Punkte geholt zu haben.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Rafika Ettaqi (2), Caroline Thomas, Martha Logdanidou, Simone Spur Petersen (8), Sanne Hoekstra, Lisa Friedberger (1), Merel Freriks (3), Sarah van Gulik (1), Julia Maidhof (7/5), Bogna Sobiech (3).

HSG Blomberg-Lippe:
Anna Monz, Melanie Veith – Kira Schnack, Laura Rüffieux (1), Gisa Klaunig (6), Munia Smits (1), Silvia Ndidi Agwunedu (6/5), Tessa van Zijl (4), Kathrin Pichlmeier (1), Kamila Kordovska (3), Angela Steenbakkers (2/2), Celine Michielsen (4),Patricia Emidio Rodriques (1), Nele Franz, Silje Brøns Pertersen (1).

Siebenmeter: 8/5 – 8/7

Zuschauer: 850