Flames können sich in Neckarsulm wieder nicht belohnen

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Flames können sich in Neckarsulm wieder nicht belohnen

Rafika Ettaqi setzt sich gegen Seline Ineichen durch / Bildrechte: ©Andrea Müller - HSG Bensheim/Auerbach Flames

Die Devise vor dem Spiel war für die Flames klar: kämpfen und sich endlich mal mit Punkten belohnen. Gekämpft haben sie vor 1.218 Zuschauern in der Neckarsulmer Ballei-Sporthalle und die Chance für die beiden Punkte standen wieder gut. 23:23 stand es 6 Minuten vor Spielende – die Punkte holte aber wieder der Gegner. Mit 26:24 (16:13) gewinnt die Neckarsulmer Sportunion gegen die Flames der  HSG Bensheim/Auerbach und die Enttäuschung war bei allen verständlicherweise groß, denn mit 0:12 Punkten geht es jetzt in die WM-Pause.

„Ich kann meiner Mannschaft heute keinen großen Vorwurf machen. Wir sind bitter enttäuscht, weil wir aufopferungsvoll gekämpft haben. Neckarsulm haben wir heute wirklich 60 Minuten einen Fight geliefert und es sehr, sehr schwer gemacht. Am Ende haben wir uns aber einfach nicht belohnt, weil wir wieder vier Siebenmeter verworfen haben, paar Chancen in entscheidenden Momenten nicht genutzt haben und das wird in der 1. Liga bestraft. Das ist das, was wir lernen müssen damit umzugehen und abzustellen. Die Abwehr war in der 2. Halbzeit richtig gut und darauf müssen wir aufbauen“, so Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Die Trainerin hatte ihre Mannschaft richtig gut auf Neckarsulm eingestellt. So war die Abwehr wach und die am Samstag gut aufgelegte Torfrau Pauline Radke war ein sicherer Rückhalt. Nach 3 Minuten führten die Flames durch Tore von Sanne Hoekstra und Ivana Sazdovski mit 0:2. Maike Daniels, Luisa Gerber und zweimal  Lena Hoffmann drehten das Spiel auf 4:2 (8.). Es fielen Treffer auf beiden Seiten, doch es blieb beim 1-2 Tore Vorsprung für Neckarsulm bis zum 10:8 (17.). Nach einer Auszeit von NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic und einer Zeitstrafe gegen Sarah van Gulik erhöhte die NSU durch den dänischen Neuzugang Mette Gravholt auf 12:8 (24.). Kurz vor der Pause konnte Lisa Friedberger wieder auf 3 Tore verkürzen. Mit diesem 16:13 ging es in die Kabine.

Direkt nach der Pause erhöhte Hannah Breitinger für die NSU wieder auf 4 Tore zum 17:13. Jetzt stand auch die Abwehr der Flames wieder sicher und der NSU gelang nicht mehr viel im Angriff, was die Flames nutzten. Sanne Hoekstra per Siebenmeter und zweimal Anja Ernsberger verkürzten auf 17:16 (37.). Das 19:19 (44.) durch Sarah van Gulik bedeutete erstmals wieder den Ausgleich und die zweite Auszeit von Emir Hadzimuhamedovic folgte sogleich. Nach dem 22:22 (52.) scheiterten erst Isabel Tissekker für die NSU an Pauline Radke und dann Sanne Hoekstra an der immer stärker werdenden Ann-Cathrin Giegerich, die zu diesem Zeitpunkt auch noch mehrere freie Bälle der Flames parierte.

Wie auch in den vorherigen Spielen der Flames zahlte sich dann am Ende des Spiels die Erfahrung beim Gegner aus. Zweimal Mette Gravholt und zweimal Maike Daniels (25:23 und 26:24) besiegelten die nächste Niederlage der Flames.

NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic war daher auch überglücklich für die 2 erkämpften Punkte:“ Ich habe die Atmosphäre super genossen. In unserer Halle vor diesen Fans zu spielen macht einfach einen Riesenspaß. Ihr habt entscheidend dazu beigetragen, dass das Spiel am Ende auch so ausgegangen ist. Die Vorbereitung auf das Spiel war für uns nicht allzu einfach. Wir mussten auf Melanie Herrmann im Tor verzichten und Mette Gravholt in kürzester Zeit in unser Spielsystem einbinden. Aber wie sich die Mannschaft heute präsentierte, hat sich das mit Sicherheit gelohnt. Wir haben zu nervös begonnen und verpasst, uns in den entscheidenden Minuten deutlicher abzusetzen. Ich finde das 16:13 zur Pause bringt nicht zum Ausdruck, wie es auf der Platte wirklich aussah. In der zweiten Halbzeit verlieren wir tatsächlich etwas den Faden und haben uns gegen die Abwehr von Bensheim schwer getan. Und am Ende muss man sagen, dass Anca in der wichtigen Phase hervorragend hält, entschärft einige Siebenmeter und einige freie Bälle. Wir bleiben am Ende dann doch noch cool und haben uns belohnt. Die 2 Punkte haben wir uns verdient“.

Neckarsulmer Sport-Union: Giegerich (22/4 Paraden), Brausch – Kalmbach (1 Tor), Hoffmann (6), Gravholt (4), Breitinger (2), Gerber (4), Mack, Kaufmann, Tissekker (2/2), Daniels (7/2), Ineichen, Reimer

HSG Bensheim/Auerbach: Kockler, Radke (13/1 Paraden) – Ernsberger (3 Tore), Ettaqi (3), Sazdovski (2), Halilovic, Thomas (3), Logdanidou (3/3), Hoekstra (5/2), Friedberger (1), Freriks, Körner, van Gulik (2), Maidhof (1), Ebel, Sobiech (1)

Siebenmeter: NSU 5/4 – HSG 8/4

Zeitstrafen: NSU 3 (Tissekker, 2x Daniels) – HSG 2 (2 x van Gulik)

Die Neckarsulmer Sportunion geht erst eine Woche später in die WM-Pause und spielt nächstes Wochenende noch bei den Bad Wildungen Vipers, da das Spiel vom 27.12.2017 vorverlegt wurde, weil beide Mannschaften keine Nationalspielerinnen abstellen müssen.

Die Flames haben jetzt erst einmal paar Tage frei, bevor Trainerin Heike Ahlgrimm mit der Mannschaft in die 2. Vorbereitungsphase geht, um in der noch lange dauernden Runde die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen.

„Wir haben 0 Punkte, das ist das was auf dem Papier steht. Das ist natürlich bitter, wenn man jetzt so in eine lange WM-Pause geht. Nichtsdestotrotz dürfen wir jetzt auch nicht alles in Frage stellen. Wir waren bei ganz vielen Spielen dicht dran, wir haben viele Mannschaften geärgert, aber wir belohnen uns einfach nicht. Das ist das, was raus kommt. Wir haben die Punkte nicht, aber ich kann Ihnen versprechen, das wir gestärkt wiederkommen werden, das wir weiter kämpfen und ich bin immer noch davon überzeugt, dass wir, wenn wir weiter an uns glauben, irgendwann diese 2 Punkte holen und dann sieht die Welt auch wieder ganz anders aus. Wir werden bis zum Ende der Saison am 26. Mai kämpfen, um diese Klasse zu halten, weil es einfach geil ist 1. Liga zu spielen. Das wissen die Mädels auch und wir kommen zurück“, versprach Heike Ahlgrimm bei der Pressekonferenz nach dem Spiel mit Blick auf die restliche Saison.