Flames halten gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter lange mit – Torfrau Jessica Kockler starker Rückhalt

Flames empfangen den verlustpunktfreien Spitzenreiter Bietigheim
16. März 2019
Jugendhandball – Ergebnisse und Berichte der Spiele vom Wochenende
19. März 2019
alle anzeigen

Flames halten gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter lange mit – Torfrau Jessica Kockler starker Rückhalt

Jessica Kockler glänzte mit vielen Paraden und hatte maßgeblichen Anteil an der guten Abwehrleistung der Flames / Bildrechte: ©Andrea Müller

Die SG BBM Bietigheim hat in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) ihre weiße Weste behalten und gewann gegen stark kämpfende Flames der HSG Bensheim/Auerbach ihr 18. Spiel vor 1050 Zuschauern in der Weststadthalle lediglich mit 17:24 (6:12) Toren. Überragende Leistungen boten dabei die Torfrauen auf beiden Seiten. Jessica Kockler war bei den Flames mindestens genauso stark, wie Nationaltorhüterin Dinah Eckerle auf der anderen Seite und hielt ihr Team mit tollen Paraden, besonders in der 1. Halbzeit, im Spiel. Beste Torschützin bei den Flames war Sarah van Gulik mit 4/2 Toren sowie Nationalspielerin Kim Naidzinavicius (5/2) für Bietigheim.

Es war das erwartete Duell David gegen Goliath, doch David kämpfte tapfer und gab sich nie auf und machte das Beste aus seinen Möglichkeiten gegen solch ein Starensemble. Am Ende konnten beide Mannschaften mit dem Ergebnis zufrieden sein. Bei den Flames kam erschwerend hinzu, dass bei dem ohnehin sehr dünnen Kader, mit Julia Maidhof auch noch die beste Torschützin krankheitsbedingt ausgefallen war.

Die Flames wollten genau mit der Einstellung in die Partie gehen, wie letzte Woche in Neckarsulm und vom Anfang bis zum Ende kämpfen und dadurch versuchen, das Ergebnis ordentlich zu gestalten, damit das Torverhältnis nicht zu schlecht wird, da das im Abstiegskampf noch entscheidend sein kann.

So war auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm mit der Umsetzung durchaus zufrieden: „In der Abwehr haben wir mit nur 24 Gegentoren die Aufgabe erfüllt. Natürlich hätten wir im Angriff mehr machen müssen. Wir haben da oft falsche Entscheidungen getroffen, wir haben wieder viele Fehler gemacht, aber man darf wirklich nicht vergessen, gegen wen wir gespielt haben. Von daher überwiegt die Zufriedenheit und auch, dass wir stolz sein können Bietigheim vor so hohe Herausforderungen gestellt haben, das sie kämpfen mussten und wir es ihnen nicht einfach gemacht. Das war das, was wir uns vorgenommen hatten und das haben wir geschafft“, so die Trainerin nach dem Spiel.

Vor allem in den ersten 20 Minuten und in der 2. Halbzeit gelang es den Flames von Heike Ahlgrimm, den Gegner nicht zu sehr ins Spiel kommen zu lassen und dann überrannt zu werden. Die Angriffe wurden lang und konzentriert gespielt und im Tor konnte man sich auf Torfrau Jessica Kockler verlassen, die mit ihren Glanzparaden im Spiel hielt und zu recht vom Fanclub zur „Spielerin des Tages“ gekürt wurde.

Der erste Treffer des Spiels gehörte den Gästen. Fie Woller brachte den Tabellenführer SG BBM Bietigheim mit 1:0 in Front und sorgte nach dem 1:1 (2. Minute) durch Lisa Friedberger auch die 2:1 Führung. Die Flames blieben weiter dran und gingen beim 4:3 durch Merel Freriks nach 10 Minuten sogar mit 4:3 in Führung. Anna Loerper scheiterte dann vom Siebenmeterpunkt an Jessica Kockler und Lisa Friedberger kurz danach an Dinah Eckerle. Die beiden Torhüterinnen standen mittlerweile längst im Mittelpunkt und konnten sich mehrfach durch tolle Paraden auszeichnen.

Die SG BBM konnte trotzdem aus dem 3:4 Rückstand durch einen Doppelschlag von Angela Malestein und Kim Naidzinavicius mit 6:4 (19.) in Front gehen. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nahm sofort das 1. Team-Timeout.

Rafika Ettaqi gelang erneut der Anschlusstreffer zum 5:6 (21.). Dann schlichen sich allerdings wieder zu viele Fehler und überhastete Torwürfe ein, die eine Mannschaft wie Bietigheim sofort gnadenlos ausnutzt und auf 5:12 (29.) davon zog. Merel Freiks verkürzte noch auf den 6:12 Halbzeitstand.

Die Halbzeitpause tat den Flames gut und Heike Ahlgrimm konnte ihr Team nochmals auf den Gegner einstellen, um wieder etwas mehr Ruhe in das Angriffsspiel zu bringen.

Das gelang den Flames nach der Pause auch sehr gut. Sarah van Gulik verkürzte auf 7:12 und der Abstand pendelte sich auf 5-6 Tore ein. Nach dem 11:17 (37.) durch Fie Woller gelang es den Flames sogar durch eine starke Abwehrleistung und ein gutes Angriffsspiel mit einem 3:0 Lauf bis auf 3 Tore beim 14:17 (43.) heran zu kommen.

Die Ex-Flamme Antje Lauenroth erhielt eine Zeitstrafe, die die Flames aber nicht nutzen konnten. Anna Loerper erhöhte wieder auf vier, Lisa Friedberger verkürzte auf 15:18 (44.), doch Maura Visser und Kim Naidzinavicius erhöhten wieder auf 15:20 (46.). Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nahm ihre 2. Auszeit.

Martha Logdanidou scheiterte dann mit ihrem Siebenmeter an Valentyna Salamakha und Maura Visser erhöhte auf 15:21. Sarah van Gulik für die Flames zum 16:21 (50.) sowie Laura van der Heijden und Fie Woller zum 16:23 (54.) sorgten wieder für einen 7-Tore-Vorsprung, der bis zum Ende halten sollte.

Kim Naidzinavicius scheiterte noch mit einem Siebenmeter an Jessica Kockler (56.), Sanne Hoekstra verwandelte ihren zum 17:23 (55) und den Schlusspunkte setzt Ex-Nationalspielerin Anna Loerper mit ihrem Treffer zum 17:24 (59.).

Ein Ergebnis, mit dem alle zufrieden aus der Halle gehen können, was auch beide Trainer in der anschließenden Pressekonferenz so sahen. Die Zuschauer sahen ein munteres Handballspiel mit vielen Paraden der Torhüter auf beiden Seiten, die SG BBM bleibt auch nach dem 18. Spiel das Maß aller Dinge und ist immer noch verlustpunktfrei und die Flames haben gegen diese TOP-Team nur 24 Gegentreffer kassiert und erneut eine gute Leistung gegen eine Spitzenmannschaft gezeigt, die weiteres Selbstvertrauen im Abstiegskampf geben sollte.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Glückwunsch an Bietigheim zum verdienten Sieg. Nichtsdestotrotz glaube ich, geht heute keiner enttäuscht aus der Halle, weil wir wirklich gekämpft und alles versucht haben. Wir wussten von vorneherein, was auf uns zukommt. Bietigheim ist der Top-Favorit auf den Titel, sie haben zu null Punkte und werden ihren Weg gehen.

Für uns stand es von vornherein fest, dass es sehr, sehr schwer wird. Wir haben uns viele Dinge vorgenommen. Wir haben in der 1. Halbzeit nur 6 Tore gemacht, da haben wir uns selbst sehr schwer im Angriff getan und haben oft überhastete Würfe genommen. Wir haben dann in der Halbzeit besprochen, dass wir das ändern müssen. Wir kriegen in der 1. Halbzeit nur 12 Tore und insgesamt 24 gegen eine Spitzenmannschaft, wie Bietigheim. Das hat natürlich damit zu tun, wie Martin schon gesagt hat, beide Torhüterinnen super gehalten haben.

Am Ende muss man sagen, dass wir damit heute zufrieden sind. Wir haben aus unseren Möglichkeiten, auch nach dem Ausfall von Julia (Maidhof), das Beste gemacht. Wir haben nur mit 7 Toren gegen solch eine Mannschaft verloren. Das war auch wichtig, damit wir das Torverhältnis nicht so hoch schieben. Es gibt immer irgendwas zu meckern, das wissen wir auch. Wir haben wieder 3 Siebenmeter verworfen. Nichtsdestotrotz überwiegt heute die Zufriedenheit, weil da können wir weiter machen und weiter darauf aufbauen und dann werden wir die weiteren nötigen Punkte im Abstiegskampf auch holen.

 

Martin Albertsen (SG BBM Bietigheim):
Ich kann heute nur sagen, wenn ich mir das Spiel anschaue, dass heute alle Torhüterinnen auf beiden Seiten ein Weltklasse Leistung gezeigt haben, mit so vielen verworfenen Chancen auf beiden Seiten und gehaltenen Bällen von den Torfrauen. Da kann man nur sagen: wow. Glückwunsch an die Torfrauen auf beiden Seiten.

Dann muss ich noch sagen, dass unsere Abwehr das gut gemacht hat. In der 2. Halbzeit war ich paarmal nicht ganz zufrieden beim Zurücklaufen in der Abwehr. Ich bin allgemein taktisch vollkommen zufrieden, eine super Abwehr, Gegenstöße, das Zurücklaufen in die Abwehr war in den meisten Fällen super und vorne – ich weiß nicht wie viele freie Chancen wir hatten – wir haben es geschafft, stark zu spielen. Natürlich kann man am Ende sagen, dass es nur 24 Tore waren, aber der Gegner meckert auch über die nur 17 Tore.

Allgemein finde ich für die Zuschauer, dass es ein gutes Handballspiel war. Es war eine gute Leistung von vielen Spielerinnen auf beiden Seiten.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Rafika Ettaqi (1), Caroline Thomas (1), Martha Logdanidou, Simone Spur Petersen, Sanne Hoekstra (2/1), Lisa Friedberger (3), Merel Freriks (3), Sarah van Gulik (4/2), Bogna Sobiech (3).

SG BBM Bietigheim:
Dinah Eckerle, Valentyna Salamakha – Maura Vissser (2), Charris Rozemalen, Antje Lauenroth (3), Anja Hoekstra, Ines Ivancok, Anna Loerper (2), Laura van der Heijden (4), Luisa Schulze, Karolina Kudlacz-Gloc (1), Kim Naidzinavicius (5/2), Fie Woller (4), Angela Malestein (3), Kim Braun.

Siebenmeter: 6/3 – 4/2

Zuschauer: 1050