Flames geben das Spiel in den letzten Minuten aus der Hand und verlieren unglücklich 27:28 gegen Dortmund

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Flames geben das Spiel in den letzten Minuten aus der Hand und verlieren unglücklich 27:28 gegen Dortmund

Merel Freriks bereitete der Dortmunder Abwehr so einige Probleme / Bildrechte: ©Andrea Müller

Wie dicht Freud und Leid beieinander liegen, mussten die Flames der HSG Bensheim/Auerbach gestern Abend schmerzlich erfahren. 55 Minuten brannten die Flames gegen den großen Favoriten aus Dortmund vor 1120 begeisterten Zuschauern in der Weststadthalle in Bensheim ein Feuerwerk ab und standen am Ende mit leeren Händen da. Mit 27:28 (15:12) mussten sie sich im Schlussspurt noch den Handballdamen von Borussia Dortmund geschlagen geben.

Ein Ergebnis , das das Spiel auf den Kopf stellte und der BVB konnte sich am Ende vor allem bei Alina Grijseels, die 13/4 Tore erzielte und bei Torfrau Clara Woltering bedanken, die in der Schlussphase ihren Kasten dicht hielt.

„Die Enttäuschung ist heute natürlich riesengroß, weil ich glaube, dass wir heute auch den Sieg verdient gehabt hätten. Aber am Ende haben wir halt zu viele Fehler gemacht. Wir hatten viel technische Fehler, wir haben aber auch viel verworfen und dass wird dann natürlich von so einer Mannschaft, wie Dortmund, gnadenlos bestraft“, war das erste Resümee der sichtlich enttäuschten Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm.

Gästetrainer Gino Smits war dagegen überglücklich: „Wir sind in der 55. Minute das erste Mal in Führung gegangen. Von daher ist es ein glücklicher Sieg. Bensheim hat richtig gut gespielt. Wir haben Bensheim nicht unterschätzt. Wir haben uns vorbereitet, wie auf jedes Spiel und wussten um ihre Stärke. Wir haben mehrfach umgestellt, aber die Kreisläuferin nicht in den Griff bekommen. Am Ende haben wir eine zweite Luft bekommen und konnten über die bessere Kondition noch was holen“.

Die Flames kamen von Anfang an gut ins Spiel und knüpften an die Leistungen der letzten Spiele an. Zwischen dem Außenseiter und dem Favoriten aus Dortmund war von Anfang an kein Unterschied zu sehen. Im Gegenteil. Der erste Treffer gehörte den Flames. Die Führung durch Julia Maidhof glich Alina Grijseels per Siebenmeter aus. Das Spiel war die ersten Minuten ausgeglichen. Die Flames legten vor, Dortmund glich aus und konnte einmal zum 5:6 (11. Minute) durch Alina Grijseels in Führung gehen. Dann übernahmen die Flames immer mehr das Spiel. Zweimal Sanne Hoekstra und Merel Freriks, die sich immer wieder gegen die Gästeabwehr durchsetzen konnte und sechsmal selbst traf sowie noch den ein oder anderen siebenmeter herausholte, brachten die Flames erstmals mit 2 Toren beim 8:6 (16.) in Führung. Das 12:8 (24.) durch einen verwandelten Siebenmeter von Julia Maidhof bedeutete erstmals einen 4-Tore-Vorsprung. Mit einem völlig verdienten 15:12 ging es in die Kabine.

Flames erhöhen in der 2. Halbzeit auf einen 5-Tore-Vorsprung

Auch nach dem Seitenwechsel waren die Flames die spielbestimmende Mannschaft und konnten durch Caroline Thomas sogar auf 5 Tore beim 21:16 (37.) erhöhen. Gelang Dortmund ein Treffer, stellten die Flames gleich wieder den Abstand her. So war es beim 23:18 (40.) durch Lisa Friedberger und dem 24:19 (44.) durch Caroline Thomas.

Das 24:20 (45.) durch Svenja Huber leitete dann die Aufholjagd des BVB ein. Caroline Thomas musste mit einer Zeitstrafe auf die Bank (47.) und Alina Grijseels verwandelte den fälligen Siebenmeter zum 24:21.

Die Flames wurden zunehmend unkonzentrierter, es häuften sich jetzt die technischen Fehler und die Fehlwürfe auf das Dortmunder Tor, in dem inzwischen Clara Woltering stand.

Ein Doppelschlag der überragenden Alina Grijseels zum 24:23 (49.) brachte die Dortmunderinnen endgültig zurück ins Spiel.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte mit einem Team-Time-Out. Ihre Mannschaft verlor durch einen weiteren technischen Fehler den Ball wieder im Angriff.  Dortmund hatte nun erstmals die Chance zum Ausgleich. Ex-Nationalspielerin Anne Müller nutzte dies und fand eine Lücke in der Flames-Abwehr, die jetzt nicht mehr so kompakt stand und netzte zum 24:24 (50.) ein.

Sanne Hoekstra vom Siebenmeterpunkt zum 25:24 (53.) – dies war dann nach einem 0:5 Lauf und acht torlosen Minuten aus Sicht der Flames wieder die Führung. Dortmunds Coach Gino Smits nahm jetzt sein 2. Team-Time-Out in diesem Spiel.

Flames-Abwehr bekommt keinen Zugriff auf Alina Grijseels

Alina Grijseels, die die Flames-Abwehr überhaupt nicht mehr in Griff bekam, glich postwendend zum 25:25 aus. Sanne Hoekstra scheiterte anschließend mit ihrem Siebenmeter an Rinka Duijndam, die für den Strafwurf ins Dortmunder Tor ging. Die Flames blieben zwar in Ballbesitz, doch ein weiterer Abspielfehler verhinderte die Chance zur erneuten Führung. Dortmund machte es im Gegenzug besser. Alina Grijseels fand erneut die Lücke in der Flames-Abwehr und erzielte die 25:26 Führung (55.) für den BVB.

Die Flames hatten aber weiterhin die Chance mindestens einen Punkt zu holen. Saskia Weisheitel erhielt nach einem Foul an Merel Freriks eine Zeitstrafe. Diese Überzahl konnten die Flames direkt nicht nutzen, da die Schiedsrichter auf ein Stürmerfoul gegen Julia Maidhof entschieden. Jetzt hatte Dortmund in Unterzahl die Möglichkeit erstmals auf 2 Tore zu erhöhen. Und es war erneut Alina Grijseels, die die große Lücke sah und auf 25:27 (56.) erhöhte. Julia Maidhof ließ die Flames aber weiter auf Punkte hoffen, denn sie nutzte jetzt die Überzahl aus und erzielte mit ihrem achten Tor den 26:27 Anschlusstreffer.

In der Abwehr erkämpften sie sich dann den Ball und hatten per Tempogegenstoß die Möglichkeit zum Ausgleich, doch Lisa Friedberger fand ihren Meister in Clara Woltering, die den Wurf entschärfte. Im Gegenzug traf Linda Mack zum 26:28 (58.) – die Vorentscheidung war gefallen.

Merel Freriks konnte noch auf 27:28 verkürzen und Lisa Friedberger hatte kurz vor Ende des Spiels noch die Chance zum Ausgleich, als sie sich gegen die BVB-Abwehr durchsetzen konnte, doch sie scheiterte erneut an Clara Woltering, die den glücklichen Dortmunder Sieg festhielt.

Den Flames blieb am Ende nur die Erkenntnis erneut eine TOP-Mannschaft an den Rand einer Niederlage gebracht zu haben, doch in diesem Spiel war einfach mehr drin und von daher war bei allen die Enttäuschung grenzenlos.

„Heute war es nicht der Gegner, sondern wir waren es selber. Das müssen wir uns auf unsere eigene Fahne schreiben. Wir haben bis zur 56. Minute geführt und haben dann eins, zwei Fehler zu viel gemacht. Dies war dann am Ende des Spiels und da darf man keine Fehler mehr machen, denn die werden dann bestraft und so war es. Wir haben zu viel verworfen und zu viele technische Fehler gemacht, es waren zu viele Abspielfehler und dann schmilzt der Vorsprung und wir haben es einfach nicht geschafft, den Schalter wieder umzulegen. Am Ende hat es Dortmund dann clever gemacht. Nichtsdestotrotz war es nicht Dortmund, sondern waren es einfach wir und wir haben uns die Niederlage deshalb selber auf die Fahne zu schreiben“, analysierte Heike Ahlgrimm den Grund der Niederlage.

„Nichtsdestotrotz müssen wir die positiven Dinge mitnehmen, weil wir Dortmund an den Rand einer Niederlage gebracht haben. Das hört sich jetzt natürlich nach Floskeln an, es gibt auch nichts, wofür wir uns heute was kaufen können. Aber wir müssen da weitermachen und wir müssen es einfach schaffen, uns irgendwann zu belohnen. Wir müssen es einfach schaffen, dass wir solche Spiele erfolgreich über die Bühne bringen. Heute tut es sehr, sehr weh. Aber ich kann ihnen versprechen, dass wir wiederkommen und da weitermachen werden“, so die traurige und verständlicherweise frustrierte Flames-Trainerin.

Zur „Spielerin des Tages“ wurde vom Fanclub Merel Freriks gewählt.

Die Chance zu den nächsten Punkten haben die Flames am 11.11.2018 auswärts im Kellerduell beim Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt. Zu diesem Spiel fährt auch ein Fanbus, denn die Flames brauchen jede Unterstützung vor Ort.

Nächstes Wochenende geht es für die Flames im DHB-Pokal weiter. Im Achtelfinale empfängt man den Ligakonkurrenten Buxtehuder SV. Anpfiff ist am 03.11.2018 um 17.30 Uhr in der Weststadthalle in Bensheim.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden  – Carolin Schmele, Rafika Ettaqi, Caroline Thomas (3), Martha Logdanidou, Simone Spur Petersen, Sanne Hoekstra (6/3), Lisa Friedberger (2), Merel Freriks (6), Sarah van Gulik, Julia Maidhof (8/2), Bogna Sobiech (2).

Borussia Dortmund:
Clara Woltering, Rinka Duijndam, Yara ten Holte – Alina Grijseels (13/4), Saskia Weisheitel (1), Caroline Müller (2), Anne Müller (3), Leonie Kockel, Hildigunnar Einarsdóttir (2), Johanna Stockschläder, Harma van Kreij (3), Svenja Huber (2), Linda Mack (2), Asuka Fujita, Dana Bleckmann.

Siebenmeter: 7/4 – 6/4

Zeitstrafen: HSG 3 – BVB 3

Schiedsrichter: Hanspeter Brodbeck, Simon Reich

Zuschauer: 1120