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Flames entscheiden das Hessenderby für sich

Sarah van Gulik (hier mit Annika Ingenpaß) feierte mit ihren Flames einen verdienten Sieg gegen ihren ehemaligen Verein / Bildrechte: ©Andrea Müller

Es war ein Hessenderby ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach gewannen vor 1020 begeisterten Zuschauern in der Weststadthalle mit 35:30 (18:18) gegen die HSG Bad Wildungen Vipers und konnten sich damit seit dem Aufstieg und drei Niederlagen gegen die Nordhessen erfolgreich durchsetzen.

Die Flames spielen bisher eine geniale Rückrunde. In der Hinrunde holte man 6 Punkte, in der Rückrunde sind es zwei Spieltage vor dem Ende bereits 11 Punkte. Mit 11:11 Punkten belegen die Flames einen starken 6. Platz in der Rückrundentabelle und lassen sogar Mannschaften, wie Borussia Dortmund hinter sich. Und in den letzten beiden Spielen der Saison besteht durchaus noch die Chance noch weiter zu punkten und sich vielleicht sogar noch auf einen einstelligen Tabellenplatz zu schieben, denn der Rückstand zu den Vipers auf Platz 9 beträgt nach dem Sieg nur noch einen Punkt.

Doppelten Grund zur Freude hatte Bogna Sobiech, denn für sie und ihren Mann Artur war es der Abschluss einer erfolgreichen Woche. Der ehemalige Stürmer vom SV Darmstadt 98 feierte am Donnerstag mit dem polnischen Erstligisten Lechia Danzig den Pokalsieg – und hatte selbst großen Anteil daran, denn er erzielte in der Nachspielzeit den 1:0-Siegtreffer für sein Team. Und Bogna Sobiech hatte mit ihren 10 Treffern gegen die Vipers ebenfalls einen großen Anteil am Sieg der Flames. Für die Vipers war Annika Ingenpaß mit 9/1 Toren am erfolgreichsten.

Flames führen nach 3 Minuten mit 4:0

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm hatte ihre Mannschaft hervorragend auf den Gegner eingestellt und man merkte von Anfang an, dass ihr Team unbedingt diesen Sieg will. Und sie begannen wie die Feuerwehr. Caroline Hettinger, Lisa Friedberger, Bogna Sobiech und Merel Freriks brachten die Flames in den ersten 3 Minuten bereits mit 4:0 in Führung und Helen van Beurden hielt gegen ihren ehemaligen Verein den Kasten sauber. Gästetrainerin Tessa Bremmer musste daher früh zur grünen Karte greifen und nahm bereits nach 3 Minuten das erste Team-Timeout.

Lisa Friedberger verletzt

Die Gäste kamen jetzt zwar besser ins Spiel, doch die Flames spielten erstmal munter weiter und führten beim 11:6 (15.) erstmals mit 5 Toren. Allerdings ließ bei aller Euphorie etwas die Konzentration und die Abwehrarbeit nach. Außerdem merkte man den Ausfall von Lisa Friedberger, die sich an der Hand verletzte und den Rest des Spieles nicht mehr eingesetzt werden konnte.

Mit einem gerechten 18:18 ging es in die Kabine

So wurde es zunehmend ein Spiel auf Augenhöhe. Nach dem 13:11 Anschlusstreffer 24.) durch Anouk Nieuwenweg legte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm die grüne Karte und Rafika Ettaqi erzielte im folgenden Angriff das 14:11. Nach dem 15:12 (23.) durch Merel Freriks gelang den Vipers durch einen 4:0 Lauf beim 15:16 (27.) erstmals die Führung. Mit einem 18:18 ging es in die Kabine.

Zuschauer tragen ihre Flammen nach vorne

Zu Beginn der 2. Halbzeit blieb es das Spiel auf Augenhöhe mit wechselnden Führungen. Beim 24:22 (39.) durch Julia Maidhof waren es erstmals wieder 2 Tore Vorsprung für die Flames. Noch zweimal verkürzten die Vipers – letztmalig beim 25:24 durch Anna Frankova. Durch Tore von Julia Maidhof und zweimal Bogna Sobiech zogen die Flames vorentscheidend auf 28:24 (47.) davon und schafften, erneut frenetisch von den Zuschauern angetrieben, sogar einen 8-Tore-Vorsprung beim 34:26 und das Spiel war entschieden.

„Erstmal möchte ich mich wieder beim Publikum bedanken. Ich glaube, ich stehe jedes Mal bei unserem Heimspiel hier und sage das. Ihr seid halt einfach der 8.Mann und es macht einfach Spaß vor dieser Megatollen Kulisse zu spielen und diese Punkte gehören auch euch. Ich glaube man hat gesehen, dass sich dies auch auf die Mädels überträgt“, war Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm einfach nur begeistert von der Stimmung in der Halle.

Verdienter 35:30 Erfolg

Dieser Stimmung tat es auch keinen Abbruch, dass die Vipers noch etwas Ergebniskorrektur betrieben konnten, denn die Fans und ihre Flames waren längst in Feierlaune. Mit 35:30 haben die Flames letztendlich verdient den Schlangen den Zahn gezogen.

„Ich denke, dass das Spiel beide Mannschaften schon sehr gerne gewinnen wollten. Aber heute war Bensheim einfach in allen Bereichen besser, als wir“, erkannte daher auch Vipers-Trainerin Tessa Bremmer den Sieg der Flames auch neidlos an.

„Wir sind heute richtig gut gestartet und hatten eine Euphorie und führen mit 5 Toren. Dann hatten wir einen kleinen Hänger, das hat Bad Wildungen dann natürlich auch sehr, sehr gut gemacht. Wir haben uns in der Halbzeit gesagt, dass 18 Tore nicht unser Anspruch ist und wir da ein bisschen mehr machen müssen. In der 2. Halbzeit kriegen wir nur 12. Wir haben dann heute auch den Ausfall von Lisa Friedberger kompensieren können. Wenn man sowieso schon nur noch 9 Feldspieler hat, sind es dann nur noch acht und es fehlen einem die Alternativen. Aber ich kann heute einfach nur stolz auf die Mädels sein. Wir haben gerackert, geackert und gekämpft. Ich glaube, dass wir heute das Quäntchen Glück auf unserer Seite hatten und eins, zwei Aktionen besser waren. Von daher geht der Sieg auch in Ordnung. Ich bin einfach nur stolz, dass wir wieder 2 Punkte haben“, resümierte eine glückliche Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Am Samstag spielen die Flames zum vorerst letzten Mal bei den Schwaben Hornets des TV Nellingen, die als sportlicher Absteiger bereits feststehen und leider ihre Mannschaft in der neuen Saison nur für die 3. Liga gemeldet haben. Anpfiff ist um 17:00 Uhr in der Sporthalle 1 in Ostfildern.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Rafika Ettaqi (1), Caroline Hettinger (1), Martha Logdanidou, Sanne Hoekstra (3), Lisa Friedberger (2), Merel Freriks (6), Sarah van Gulik (5), Julia Maidhof (7), Bogna Sobiech (10).

HSG Bad Wildungen Vipers:
Manuela Brütsch – Annika Ingenpass (9/1), Sabine Heusdens (1/1), Anouk Nieuwenweg (8/4), Anna Frankova (3), Maxi Mühlner (1), Mariel Stefanie Beugels, Sina Ritter (4), Marieke Blase (2), Anna-Maria Spielvogel (2).

Siebenmeter: 3/0 – 8/6

Zuschauer: 1020