Flames bewahren die Ruhe und holen verdienten Auswärtssieg in Halle

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Flames bewahren die Ruhe und holen verdienten Auswärtssieg in Halle

Treffsicher: Carolin Schmele erzielte 9 ihrer 12 Tore vom Siebenmeterpunkt / Bildrechte: ©Andrea Müller

Das Spiel war am Ende nichts für schwache Nerven. Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach haben im Kellerduell bei den Wildcats des Aufsteigers SV Union Halle-Neustadt einen enorm wichtigen 29:26 (18:13) Auswärtssieg und die nächsten Punkte eingefahren. Durch den verdienten Sieg verbesserten sich die Flames auf Platz 11, die Wildcats bleiben punktlos auf dem 14. und somit letzten Tabellenplatz. Erfolgreichste Türschützen bei den Flames waren Carolin Schmele (12/9 Tore) und Merel Freriks (9 Tore).

„Wir sind alle megaerleichtert. Wir haben 2 Punkte, das ist das Wichtigste heute. Ich bin absolut stolz auf die Mädels. Auch, dass wir den Rückschlag mit Julia, die sich heute Morgen krank abgemeldet hat, weggesteckt haben und dass wir das alles auch für Julia gemacht haben und dass jeder seinen Beitrag geleistet hat“, freute sich Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Dabei standen die Vorzeichen für das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm nicht unbedingt bestens. Da Neckarsulm am Vortag den ersten Saisonsieg feierte, wusste man, dass die Punkte bei den Wildcats umso wichtiger waren. Dann hat sich morgens die derzeit beste Torschützin Julia Maidhof für das Spiel krank abmelden müssen und konnte die Reise nicht mit antreten.

Trotz den Widrigkeiten und des Druckes gelang es Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm perfekt ihr Team mit einer gewissen Lockerheit ins Spiel zu schicken. Ihr Team begann das Spiel wie die Feuerwehr und führte nach noch nicht einmal drei Minuten durch zwei Tore von Carolin Schmele sowie Merel Freriks bereits mit 3:0 und zwang Halle-Neustadt-Trainerin Tanja Lovgin bereits ihre erste grüne Karte zu legen und ein Team-Timeout zu nehmen.

Die Wildcats verkürzten danach durch Mariana Ferrera Lopes und Sophie Lüdke auf 2:3 (4. Minute), doch das konnte die Flames nicht beeindrucken. Nach 12 Minuten führten die Flames klar mit 10:4 und gingen mit einem komfortablen 18:13 Vorsprung in die Kabine.

„Neckarsulm hatte gestern gewonnen, wir wussten, dass wir was machen müssen und durften uns heute keinen Ausrutscher leisten. Aber wir wussten auch, wie schwer das wird und dass wir einen richtigen Kampf annehmen mussten. Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt, total souverän und dann einen kleinen Hänger gehabt. Das Positive in diesem Spiel ist, dass wir nicht gekippt sind, sondern dass wir, vielleicht auch mit der Erfahrung aus den letzten Spielen,  ruhig geblieben sind. Dass wir in den entscheidenden Situationen dann wieder die eins, zwei Tore gemacht haben. Wie gesagt, wir haben 2 Punkte. Alles andere ist heute im Endeffekt egal“, so die erleichterte Trainerin über die zwei unterschiedlichen Halbzeiten.

Denn nach dem Wechsel kämpften sich die Wildcats zurück ins Spiel und wollten unbedingt vor eigenem Publikum die ersten Saisonpunkte. In der 40 Minute hatten sie beim 17:19 den Abstand auf 2 Tore verkürzt. Heike Ahlgrimm reagierte mit einer Auszeit und die treffsichere Merel Freriks erhöhte anschließend wieder auf 20:17. Der verwandelte Siebenmeter von Mariana Ferrera Lopes zum 23:23 (49.) bedeutete den ersten Ausglich für die Wildcats in diesem Spiel. Doch die Flames behielten diesmal die  Nerven. Carolin Schmele verwandelte weiter ihre Siebenmeter sicher zum 24:23 und 25:24 und hatte dich Chance erneut vom Siebenmeterpunkt wieder auf 2 Tore zu erhöhen. Die Halle glich mittlerweile einem Tollhaus, denn die Fans der Wildcats wollten ihre Mannschaft ebenso zu Sieg treiben, wie die 30 mitgereisten Flames-Fans. Halle wechselte die Torfrau und der Pfiff der Schiedsrichter ging bei der Lautstärke in der Halle unter, so dass es Freiwurf für Halle gab und es beim 1-Tore-Vorsprung für die Flames blieb 52.). Merel Freriks erhielt eine Zeitstrafe. Nadine Smits hatte jetzt wiederum die Chance zum Ausgleich, doch die Flames hatten ja Jessica Kockler im Tor, die den Siebenmeter parierte. Bogna Sobiech sorgte im folgenden Angriff wieder für den 2-Tore-Abstand beim 26:24 (54.) und die Flames ließen sich weiter nicht aus der Fassung bringen. Erzielte Halle den Anschlusstreffer, erhöhten die Flames im Angriff wieder auf zwei Tore.

Die vor der Saison von Borussia Dortmund nach Halle gewechselte Emilia Galinska hatte beim 26:28 (59.) erneut die Chance zum Anschlusstreffer vom Siebenmeterpunkt, doch die Flames hatten ja ihre Siebenmeterkillerin Jessica Kockler im Tor. Bogna Sobiech setzte dann noch einen drauf und die Flames gewannen verdient mit 29:26. Der Jubel kannte bei allen keine Grenzen und die mitgereisten Fans feierten ihre Flammen.

„Jetzt haben wir 4 Punkte und das ist Gold wert. Diese Punkte kann uns keiner mehr nehmen. Aber bei uns allen sind auch Riesenbacksteine heruntergefallen. Das hat man auch bei allen gesehen, wie wir uns über den Sieg gefreut haben. Das war schon sehr emotional für uns. Wir haben 4 Punkte und das sind 4 mehr, als letztes Jahr um diese Zeit. Das darf man auch nicht vergessen. Wir werden jetzt weiterarbeiten und dann gucken wir, dass wir noch ein schönes Heimspiel haben gegen Göppingen und dann schauen wir mal“, so die glückliche Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm.

Auf ihre Fans zählen die Flames daher am kommenden Samstag auch wieder in Der Weststadthalle. Um 17:30 Uhr empfangen die Flames im letzten Spiel vor der EM-Pause die Frauen von Frisch Auf Göppingen und wollen sich noch einmal mit den positiven Emotionen und dem Kampfgeist anständig in die EM-Pause verabschieden. In diese geht man jetzt schon auf jeden Fall mit mehr Punkten, als im letzten Jahr.

HSG Bensheim/Auerbach Flames: Jessica Kockler, Helen van Beurden  – Carolin Schmele (12/9), Rafika Ettaqi, Caroline Thomas (3), Martha Logdanidou, Simone Spur Petersen, Sanne Hoekstra (2), Lisa Friedberger, Merel Freriks (9), Sarah van Gulik (1), Bogna Sobiech (2).