Flames beenden Saison auf einem sensationellen 9. Platz

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Flames beenden Saison auf einem sensationellen 9. Platz

Riesenfreude über den 9. Tabellenplatz / Bild: ©Andrea Müller

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach verabschieden sich vor 1050 Zuschauern in der Weststadthalle mit einem 29:29 (16:16) Unentschieden gegen den VFL Oldenburg aus der Saison 2018/19 in der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Durch das Unentschieden krönten die Flames von Trainerin Heike Ahlgrimm eine sensationelle Rückrunde, in der nur 6 Teams besser waren, auf dem sensationellen 9. Platz. Der VFL hätte gegen die Flames gewinnen müssen, um den einstelligen Tabellenplatz noch zu erreichen. So belegt das Team von VFL-Trainer Niels Bötel erstmals seit sechzehn Jahren nur einen zweistelligen Tabellenplatz. Für die Flames waren Julia Maidhof (8/3 Treffer) und Merel Freriks (5) die besten Schützinnen, für Oldenburg erzielte Myrthe Schoenaker 8/2 Tore.

Es war letztendlich ein mehr als versöhnlicher Abschluss einer schweren Saison, die am Ende der Hinrunde ihren Tiefpunkt hatte und der mit einer Energieleistung des dezimierten Kaders in den letzten Monaten noch möglich wurde. So ist verständlicherweise jetzt jeder froh, dass die Saison vorbei ist, bevor es schon wieder mit den Vorbereitungen für die nächste Saison weiter geht. Über diese Pause freut sich auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm:“ Jetzt heißt es abhaken, nach vorne gucken, erholen und ab 08.07. werden wir uns dann wieder auf die neue Saison vorbereiten“.

Wie im Vorfeld schon angekündigt, war das Saisonfinale kein lockeres Schaulaufen, denn beide Mannschaften wollten diesen einstelligen Tabellenplatz und daher das „Finale“ um Platz 9 für sich entscheiden.

Dabei erwischte das Team von Heike Ahlgrimm keinen guten Start und lag nach 3 Minuten bereits mit 0:4 hinten. Ein von Julia Maidhof verwandelter Siebenmeter zum 1:4 (5.) war das erste Tor der Flames in diesem Spiel. Geburtstagskind Kristina Logvin erhöhte wieder auf 1:5 (8.). Merel Freriks, die ebenso wie Bogna Sobiech nächste Saison beim Ligakonkurrenten Borussia Dortmund spielt, Sarah van Gulik und Julia Maidhof verkürzten auf 4:5 (10.) und brachten die Flames ins Spiel.

Sarah van Gulik erhielt bei der nächsten Abwehraktion eine Zeitstrafe. Diese Überzahl nutzten Ann-Kristin Roller und Kim Birke zum 4:7 (11.). Für den ersten Ausgleich zum 8:8 (15.) sorgte Bogna Sobiech mit zwei Gegenstoßtoren und die Flames drehten weiter auf. Durch weitere fünf Tore in Folge machten sie insgesamt aus dem 6:8 ein beachtliches 13:8, doch gaben sie diesen Vorsprung wieder aus der Hand. Der VFL verkürzte durch einen 4-Tore-Lauf auf 12:13 (24.) und war plötzlich selbst wieder im Spiel. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nahm ein Team-Timeout, um ihre Mannschaft wieder neu einzustellen. Lisa Friedberger erhöhte auch gleich wieder auf 14:12.

Kim Birke gelang in der 29. Minute erstmals wieder eine Führung des VFL zum 15:16. Martha Logdanidou sorgte mit dem Pausenpfiff jedoch im letzten Spiel ihrer Karriere noch für das 16:16 Unentschieden.

Krimi in der 2. Halbzeit

Der Krimi ging in der 2. Halbzeit jedoch weiter. Lisa Friedberger erzielte den ersten Treffer zum 17:16 (31.). Die Führungen wechselten dann mehrfach. Das 21:23 (43.) von Ann-Kristin Roller war erstmals wieder ein 2-Tore-Vorsprung für den VFL und Grund genug für Heike Ahlgrimm eine Auszeit zu nehmen.

Es blieb weiter spannend. Nach dem 24:25 (53.) durch Julia Maidhof per Siebenmeter zog der VFL durch Tore von Lina Genz und Myrthe Schoenaker auf 24:27 (55.) davon und die Vorentscheidung schien gefallen.

Die letzten 5 Minuten waren endgültig nichts mehr für schwache Nerven. Die Fans standen mittlerweile alle in der Halle und peitschten ihre Flames nach vorne und ihre Flammen taten das, was sie in den letzten Monaten auszeichnete. Sie kämpften und wollten unbedingt mindestens noch das Unentschieden erreichen.

Myrthe Schoenaker brachte ihren VFL vom Siebenmeterpunkt 23 Sekunden vor dem Ende mit 28:29 in Führung, Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm legte sofort die grüne Karte und nahm ihr letztes Team-Timeout.

Noch 22 Sekunden blieben den Flames zum Ausgleich und einen schöneren Abschied hätte sich Rafika Ettaqi nicht machen können. Sieben Sekunden vor dem Ende netzte sie zum vielumjubelten 29:29 Unentschieden ein. Der Partymarathon konnte beginnen.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm war nach dem Spiel sichtlich geschafft. „Ich glaube es war ein gerechtes Unentschieden, wenn man das Spiel sieht. Es war nicht eines unserer besten Spiele, aber wir haben gekämpft, haben nicht aufgegeben und haben kurz vor Schluss mit 3 Toren hinten gelegen. Aber wir haben trotzdem noch an uns geglaubt und es war sehr emotional. Auch schon vorher, weil wir wussten, dass es für einige das letzte Spiel ihrer Karriere war und für einige der Abschied, weil sie woanders hingehen. Wir sind einfach nur froh, weil wir mit Platz 9 eigentlich den krönenden Abschluss haben. Ich glaube, das hätte keiner erwartet. Nichtsdestotrotz sind wir alle froh, dass wir das jetzt geschafft haben. Jetzt gucken wir nur noch nach vorne und haben jetzt erstmal schön Pause und dann geht’s weiter“, bilanzierte eine letztendlich glückliche Heike Ahlgrimm das letzte Spiel der Saison.

Verabschiedung von Spielerinnen und Co-Trainerin

Bevor es ans Feiern ging, flossen jedoch erst noch einige Tränen. Wie am Ende einer jeden Saison hieß es auch dieses Jahr wieder Abschied nehmen. Insgesamt sieben Spielerinnen verlassen die Flames. Ihre Karriere beenden Martha Logdanidou (seit 2013 bei den Flames), Caroline Hettinger und Vildana Halilovic (beide seit 2016 bei den Flames). Den Verein verlassen werden Merel Freriks und Bogna Sobiech (beide zum Ligakonkurrenten Borussia Dortmund) sowie Rafika Ettaqi und Melanie Breinich (beide Ziel unbekannt). Hinzu kommt noch Josephine Körner, die ihre Karriere verletzungsbedingt bereits während der Saison beenden musste.

Richtig emotional wurde es dann noch bei der Verabschiedung von Co-Trainerin Ilka Fickinger, die im Verein auch Jugendkoordinatorin und Trainerin der Weiblichen A-Jugendbundesligamannschaft sowie der Weiblichen B-Jugend war. Mit der B-Jugend steht sie am 25./26.05.2019 noch in Buxtehude im Final Four um die Deutsche Meisterschaft und vielleicht gelingt ihr ja dort mit ihrer Mannschaft noch ein richtig schönes Abschiedsgeschenk. Heike Ahlgrimm ließ es sich nicht nehmen die Abschiedsrede für ihre Co-Trainerin selbst zu halten, was ihr sichtlich schwer fiel. Sie betonte in ihrer Dankesrede, welchen großen Anteil am Erfolg auch die „Frau im Hintergrund“ hatte und sie sich immer auf ihre Loyalität verlassen konnte.

Nach dem emotionalen Teil war Party angesagt. Auch wenn es der Wettergott an der eigentlich sonnigen Bergstraße nicht gut mit den Flames und ihren Anhängern meinte, so ließen sich alle vom Regen nicht abhalten und feierten noch gemeinsam bis tief in die Nacht hinein.

Noch einmal feiern mit den Fans, bevor es in die Pause geht / Bild: ©Andrea Müller