Der Tabellendritte spielt seine individuelle Stärke aus

Schwere Auswärtsaufgabe beim Tabellendritten
11. Mai 2018
Erfolgreicher Tag in Fürth
22. Mai 2018
alle anzeigen

Der Tabellendritte spielt seine individuelle Stärke aus

Lisa Friedberger war mit 8/3 Toren erfolgreichste Torschützin der Flames / Bildrechte: ©Andrea Müller - HSG Bensheim/Auerbach Flames

Der Buxtehuder SV ist weiter auf Europapokal-Kurs und die Flames der HSG Bensheim/Auerbach können den sportlichen Klassenerhalt weiterhin erreichen. Dies ist das knappe Fazit der deutlichen 37:26 (19:11) Niederlage im letzten Auswärtsspiel der Saison. Der BSV belegt nach dem  zehnten Heimsieg der Saison  den dritten Tabellenplatz und die Flames bleiben durch die zeitgleiche 25:22 Niederlage der Neckarsulmer Sportunion bei Frisch Auf Göppingen aufgrund des besseren Torverhältnisses weiterhin auf dem 12. Tabellenplatz. Die Flames haben es am letzten Spieltag zu Hause gegen den Tabellenletzten HC Rödertal nun selbst in der Hand den sportlichen Klassenerhalt zu sichern. Beste Werferinnen waren Emily Bölk und Maike Schirmer mit sieben Treffern für den BSV sowie Lisa Friedberger mit acht Treffern für die Flames.

Aufgrund eines langen Staus auf der Autobahn erreichten die Flames erst 40 Minuten vor Anpfiff die Halle Nord in Buxtehude. Trotzdem konnte das Spiel bei sommerlichen Temperaturen vor 1.138 Zuschauern pünktlich beginnen. Trotz der kurzen Aufwärmzeit kamen die Flames anfangs gut ins Spiel. Carolin Schmele erzielt den 1. Treffer vom Siebenmeterpunkt, der BSV glich sofort durch die ehemalig Nationalspielerin Friederike Gubernatis zum 1:1 (2.Minute) aus. Das Spiel blieb ausgeglichen bis zum 4:4 (7.).

Dann legte der BSV im 2. Spiel unter Interims-Trainerin Heike Axmann einen Zahn zu und setzte sich durch einen 4-Tore-Lauf auf 8:4 (11.) ab, da immer wieder der Ball in der Abwehr erobert wurde oder von den Flames weggeworfen wurde. Dies ermöglichte das schnelle Konterspiel des BSV und begeisterte die Zuschauer, die für eine tolle Stimmung sorgten.

Nach dem 10:5 (15.) durch Maike Schirmer nahm Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm die erste Auszeit. Lisa Friedberger gelang kurz danach der Anschluss zum 10:6 (16.). Das beirrte den BSV aber nicht, der die Flames immer wieder zu Fehlern im Angriff zwang und die Lücken in der sonst so stabilen Flames-Abwehr fand. So sah sich Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm  gezwungen nach dem 17:9 (23.) durch Maike Schirmer bereits das zweite Team-Timeout zu nehmen.

8 Tore Rückstand zur Pause

Erneut war es Lisa Friedberger die auf 17:10 (24.) verkürzte. Das 19:11 durch Nationalspielerin Emily Bölk, die ihr letztes Heimspiel für den BSV bestritt und zum Deutschen Meister Thüringer HC wechselt, war zugleich der Halbzeitstand. Dieser 8-Tore-Vorsprung und der Spielverlauf ließen bereits erahnen, dass es zu keiner Wende mehr in der 2. Halbzeit kommen wird.

„Wir hatten uns vorher viel, viel vorgenommen, aber wir konnten sie heute nicht ärgern. Dafür war der BSV,  das muss man auch ehrlich sagen, vor allem in der 1. Halbzeit einfach zu stark. Die haben den Ball schnell laufen lassen und wir haben in der 1. Halbzeit 19 Tore bekommen. Das ist einfach zu viel und 18 Tore in der 2. Halbzeit, das kann man nicht ausgleichen. Unsere Stärke holen wir normal aus der Abwehr, aber die war heute nicht da. Und dann nimmt man das mit nach vorne. Wir haben im Angriff viel zu viele Fehler gemacht und den BSV dadurch eingeladen und das müssen wir jetzt abhaken. Nächste Woche geht es dann weiter mit der Vorbereitung auf Rödertal, denn da wollen wir noch ein ordentliches Spiel zeigen und gewinnen“, bilanzierte eine sehr enttäuschte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

BSV kontrolliert auch in der 2. Halbzeit das Spiel

Die zweite Halbzeit zeigte dann auch Parallelen zur Ersten. Den ersten Treffer zum 19:12 (32.) erzielte erneut Carolin Schmele vom Siebenmeterpunkt.

Der BSV setzte anschließend konsequent sein Spiel der 1. Halbzeit fort. Beim 24:14 (40.) durch die Spielerin des Tages, Nationalspielerin Maike Schirmer, betrug der Vorsprung des BSV erstmals zehn Tore und Michelle Goos erhöhte gar auf 25:14 (41.) und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm  musste ihr letztes Team-Timeout ziehen.

Auf der anderen Seite konnte Heike Axmann bereits munter durchwechseln und allen Spielerinnen Einsatzzeiten geben, was dem Spielverlauf keinen Abbruch tat und auch den Tabellenunterschied beider Teams unterstrich. Das 35:21 (55.) durch Christina Haurum und das 36:22 durch Lisa Borutta bedeutete einen 14-Tore-Rückstand aus Flames-Sicht. Am Ende wurde es eine 37:26 Niederlage im letzten Auswärtsspiel, die auch in dieser Höhe verdient war.

Kommendes Wochenende ist für den Großteil der Vereine der Handball Bundesliga Frauen erneut spielfrei, da am 19. und 20. Mai das Olymp Final Four um den DHB-Pokal in der Stuttgarter Porsche Arena stattfinden wird und die Bundesliga daher vor dem finalen Spieltag nochmal eine Woche pausiert.

Für die Flames heißt es jetzt noch einmal alle Kräfte sammeln und mobilisieren und am letzten Spieltag alles zu geben, um den sportlichen Klassenerhalt zu sichern und sich mit einem Sieg zu Hause vor den tollen Fans von der ersten Erstligasaison in die Pause zu verabschieden.

Da alle Spiele am letzten Spieltag zeitgleich angepfiffen werden, ist das Spiel am 26.05.2018 gegen den HC Rödertal erst um 18:00 Uhr.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames): Wünsche und das, was man sich vornimmt ist das Eine, die Realität sieht dann anders aus. Heute waren wir vom „Gegner ärgern“ natürlich weit entfernt, da wir nicht das abgerufen haben, was wir uns vorgenommen haben. Ich bin natürlich enttäuscht über 37 Gegentore. Unsere Stärke ist eigentlich die Abwehr, die stand heute leider nicht so und wir machen zu viele individuelle Fehler. Wir haben nicht den Zugriff gehabt, wir haben nicht richtig zugepackt und dann ist es natürlich klar, dass Buxtehude die einfachen Tore macht. Wir holen uns die Stärke, so war es die letzten Spiele, immer in der Abwehr. Dadurch, dass die Abwehr nicht stand, nimmt man das schlechte Gefühl mit nach vorne. Vorne war es eigentlich zu wenig. Buxte, das muss man aber auch klar sagen: sie sind einfach besser, als wir und sie haben es uns heute deutlich aufgezeigt. Nicht umsonst stehen sie da oben. Sie haben eine gute Saison gespielt, hatten dann paar Probleme und haben jetzt eine gute Rückrunde gespielt. Sie sind Dritter, wir Drittletzter und wir haben heute auch gesehen, warum das so ist.

Heike Axmann (Buxtehuder SV): Wir wollten uns heute mit einem guten Spiel von unseren Fans verabschieden und den 3. Platz verteidigen. Beides ist uns gelungen. Alle Spielerinnen haben sich in die Torschützenliste eingetragen und auch die Torhüterinnen haben ihren Anteil. Das zeigt, wie gut die Mannschaft funktioniert. Ich bin schon sehr stolz auf die Mannschaft. Sie sind sehr eingespielt, haben sehr diszipliniert gespielt. Von daher denke ich, dass der Sieg auch in der Höhe in Ordnung geht.

Statistik:

Buxtehuder SV: Peveling, Gronemann, Rühter; Borutta 2, Meier 1, Fischer 1, Haurum 2, Gubernatis 1, Knippenborg 4, Schirmer 7, Oldenburg 3, Bölk 7/2, Goos 3, Kaiser 2, Prior 4/3.

HSG Bensheim-Auerbach (Flames): Kockler, Radke – Ernsberger, Schmele (6/4), Ettaqi, Thomas (3), Hoekstra (1), Platen (2/1), Friedberger (8/3), Freriks (1), van Gulik (3), Sobiech (2)

Siebenmeter: 7/5 (Fischer und Oldenburg scheitern) – 9/8 (Schmele vergibt)
Zeitstrafen: Gubernatis, Oldenburg – Platen, Sobiech, van Gulik (2x)
Schiedsrichter: Sebastian Grobe, Adrian Kinzel
Zuschauer: 1138