B-Flames beenden das Abenteuer Deutsche Meisterschaft auf dem 4. Platz

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B-Flames beenden das Abenteuer Deutsche Meisterschaft auf dem 4. Platz

Der rote Flames-Block sorgte in der „Hölle Nord“ für gute Stimmung.

Nach einer letzten kurzen Trainingseinheit machten sich am vergangenen Freitag gegen 18 Uhr ein großer Reisebus, sowie zwei kleine Flames-Busse auf den Weg nach Buxtehude, wo am Wochenende das Final Four zur Deutschen Meisterschaft stattfinden sollte. An Bord das Team der B-Mädchen samt Trainerstab, das Bensheimer Fanlager und nicht weniger als 18 Trommeln. Die Vorfreude auf diesen absoluten Höhepunkt am Ende einer bereits sehr erfolgreichen Saison der Bensheimer B-Mädchen war bei allen Beteiligten groß.

Wie bei den letzten Auswärtsspielen war auch diese Reise perfekt organisiert, bei einer kurzen Pause auf der Höhe von Alsfeld halfen alle Hände und schnell war ein reichhaltiges Buffet zur Stärkung aufgebaut. Gute Musik in und außerhalb der Busse, sorgten dafür, dass die sowieso schon gute Stimmung weiter stieg und die inzwischen schon fast obligatorische Sing- und Tanzeinlage durfte auch dieses Mal nicht fehlen. Gegen zwei Uhr nachts erreichte die Reisegruppe ihr Hotel in Hamburg-Wandseck.

Nach einem gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen zog sich die Mannschaft zu einer erneuten Videoanalyse und Besprechung des Matchplans zurück zu deren Ende sie mit einem Motivationsvideo der Eltern, Geschwister und Freunde überrascht wurden. Auch Dominik Klein, der aufgrund der handballerischen Vergangenheit seiner Frau Isabell mit den Flames verbunden ist, wünschte den Mädels per Video viel Erfolg für die kommenden Spiele.

Als man am Samstagmittag wieder in die Busse stieg, um endlich in die „Hölle Nord“ zu fahren, steigerte sich langsam die Spannung. Eingestimmt durch die Hessenhymne „Die Hesse kommen!“ kam der Tross in Buxtehude an, wo er bereits freudig erwartet und sehr herzlich willkommen geheißen wurde. Während sich unsere Fans in die roten, extra für das Final Four entworfenen Fanshirts warfen und sich in dem für uns reservierten Block platzierten, sahen sich die B-Mädchen ein wenig in der Halle um. Nach und nach färbte sich der Bensheimer Block immer mehr rot, denn einige Fans kamen mit dem Auto nachgereist, so dass sich letztendlich etwa 90 Fans auf den Weg in den hohen Norden gemacht hatten – Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass wir die längste Anreise aller Teams hatten. VIELEN DANK DAFÜR!

Bevor unser Spiel beginnen konnte schauten wir ein gutes Halbfinalspiel zwischen dem HC Leipzig und dem TSV Buxtehude, welches Buxtehude souverän und verdient für sich entscheiden konnte.

Um 17.30 Uhr war es dann endlich soweit, das zweite Halbfinale zwischen dem SV GW Schwerin und der HSG Bensheim-Auerbach wurde angepfiffen. Hoch motiviert, aber auch sehr aufgeregt starteten die kleinen Flammen in die Partie. Doch leider fanden die Mädchen nicht in ihr Spiel und leisteten sich zu viele technische Fehler, wodurch Schwerin sich einen – teils deutlichen Vorsprung – herausspielen konnte. Auch die Timeouts brachten keine Wende in das Spiel, die Verunsicherung war den Mädels förmlich in den Gesichtern anzusehen. Sieben Minuten vor Schluss, beim Stand von 22:15, als das Spiel deutlich verloren zu sein schien, ging plötzlich ein Ruck durch die Mannschaft, der Druck fiel von allen ab, die Mädels schienen befreit zu sein und konnten endlich ihre eigentlichen Qualitäten – aggressive Abwehr und Schnelligkeit – ausspielen. Tor um Tor verkürzte sich zwar der Abstand, aber aufgrund der Kürze der verbliebenen Spielzeit reichte es leider nicht mehr dieses Spiel für sich zu entscheiden. Somit ging der 26:23 Sieg völlig verdient an Schwerin.

Die Enttäuschung bei den B-Mädels der HSG war groß, seit dem Gewinn der Hessenmeisterschaft hatten sie sich im Laufe der Spiele um die Deutsche Meisterschaft stetig gesteigert. Dies war nun das erste verlorene Spiel in diesem Wettbewerb. Dass es mal wieder eine schwächere Leistung geben würde, war allen im Vorfeld bewusst, aber dass dies ausgerechnet im Halbfinale passieren musste, war für Alle schwer begreiflich. Die Erkenntnis, dass sie mit einer soliden Leistung an diesem Tag das Halbfinale hätten spannend halten können, schmerzte sehr denn der Traum vom Finale war geplatzt. Während der Fahrt zurück nach Hamburg und beim gemeinsamen Abendessen im Blockhouse waren die Spielerinnen und das Trainerteam sehr mit sich beschäftigt, jede/r machte sich Gedanken, warum, wieso …?

Am nächsten Morgen traf man sich um 8.30 Uhr wieder zum gemeinsamen Frühstück und anschließender Videoanalyse. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft war schon wieder etwas besser, die Mädels hatten Mut gefasst und wollten im Spiel um Platz 3 nochmal alles geben, um allen zu zeigen, dass sie es besser können. Auch dieses Mal starteten sie hoch motiviert in die Partie gegen den HC Leipzig, mit dem Unterschied, dass sie nicht so nervös schienen wie am Vortag. Von Beginn an war die Abwehr aggressiv und man unterstützte sich im Mittelblock immer wieder gegenseitig gegen die zahlreichen 1gg1 Aktionen von Leipzig. Im Angriff fanden sie gute Lösungen und waren ebenfalls immer wieder durch 1gg1 Situationen erfolgreich. In den ersten Spielminuten konnte sich die HSG eine 4:1 Führung herausspielen, unter anderem zwei vergebene 7-Meter sorgten dafür, dass es mit einem 11:12 Rückstand in die Pause ging. Doch die Mädels wussten zu diesem Zeitpunkt, dass sie mithalten konnten.

In der zweiten Halbzeit blieb der Spielverlauf weiterhin spannend – keine Mannschaft konnte sich so richtig absetzen. Ein wunderschöner Kempa begeisterte unseren Anhang und ließ die Mädchen neuen Mut schöpfen für die Crunchtime des Spiels. Leider kamen wir durch Zeitstrafen am Ende in – doppelte Unterzahl – so dass Leipzig sich in den letzten Spielminuten einen Vorsprung herausarbeiten konnte, den die Flammen nicht mehr aufholen konnten.

Mit dem Abpfiff standen die Mädels teilweise minutenlang einfach nur da und starrten ins Leere, niemand wusste so richtig wohin mit seinen Emotionen. Sie waren natürlich enttäuscht, aber gleichzeitig auch irgendwie stolz dabei gewesen zu sein. Die Gewissheit, dass es die letzte gemeinsame Aktion als B-Jugend und vor allem das letzte gemeinsame Erlebnis mit Trainerin Ilka war, sorgte bei allen für ein regelrechtes Gefühlschaos.

Frisch geduscht und bereits etwas klarer im Kopf schaute sich das Bensheimer Lager kurz darauf gemeinsam das Finale zwischen Buxtehude und Schwerin an. Eine anfangs ausgeglichene Partie konnte der Buxtehuder SV dann letztlich doch deutlich für sich entscheiden und wurde so völlig verdient und souverän Deutscher Meister 2019, ohne auch nur ein Spiel in dieser kompletten Saison verloren zu haben. Herzlichen Glückwunsch an Buxtehude, die zudem noch ein sehr herzlicher und guter Gastgeber dieses Final Four waren. Ebenfalls herzlichen Glückwunsch an Schwerin zum Deutschen Vizemeistertitel.

Bei der anschließenden Siegerehrung erhielt auch das Team der HSG Medaillen und Glückwünsche zur Erinnerung durch die DHB-Trainer Zuzana Porvaznikova-Hrabovska, Carsten Klavehn, Jochen Beppler und Maik Nowak.

Bevor die lange Rückreise angetreten wurde, gab es eine Stärkung und ein erneut perfekt organisiertes Buffet vor der „Hölle Nord“. Im Bus war die Stimmung sehr schnell sehr ausgelassen und man sang, tanzte und feierte sich zu den unterschiedlichsten Musikstilen. Für alle Spielerinnen, Trainer und mitgereiste Fans war dieses Wochenende ein unvergessliches Erlebnis.

VIELEN DANK an

  • unsere Fans, die unendlich viele Kilometer auf sich genommen haben, um uns bei jedem Spiel 50 Minuten lautstark zu unterstützen. Auch an diesem Wochenende seid ihr wieder die lautesten gewesen! Ihr habt uns in jedem Spiel extrem gepusht, auch wenn es mal nicht rund lief nie aufgehört uns zu unterstützen. Ohne euch wären solche Energieleistungen nicht möglich gewesen.
  • alle Eltern, die dazu beigetragen haben, dass diese Deutsche Meisterschaft zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden ist. Eure mentale, aber auch vor allem Eure organisatorische Unterstützung waren unglaublich. Ohne Euch wäre dieses Projekt definitiv nicht möglich gewesen. Allen voran vielen Dank an Jörg Wagner, der Organisator für die Unterkünfte, Fanshirts, Ansprechpartner für Alle, Korrespondent etc. und an Familie Leichthammer für das Catering.
  • an unseren Flames Fanclub – insbesondere in Person von Jens Herbecke, der mit uns mitgefiebert hat, uns die Trommeln und Fahnen zur Verfügung gestellt und uns bei diesem Projekt auch medial sehr unterstützt hat.
  • an Sören Wennerlund und textilcompany.de für diese überragenden Fanshirts.
  • an Herrn Dr. Jochen Henke und Udo Bohneberg für die großzügige Unterstützung.
  • an alle Fans, Freunde, Bekannte, Geschwister, Omas, Opas etc., die uns auf diesem Weg begleitet haben – Ihr ward spitze!
  • unsere Bundesligamannschaft für dieses geniale Motivationsvideo und Eure Wünsche.
  • ein besonderer Dank an Sarah van Gulik und Helen van Beurden, die Ihren Urlaub verschoben haben, um mit uns nach Buxtehude fahren zu können und Heike Ahlgrimm, die 1.100 km an einem Tag gefahren ist, um uns beim Halbfinale zu unterstützen. Das hat uns sehr viel bedeutet und zeigt wie gut und eng wir zusammengerückt sind.

Liebe Mädels, auch wenn ihr euch einen anderen Ausgang für das Final Four und eure letzten Spiele mit Ilka als Trainerin gewünscht habt, könnt ihr trotzdem sehr stolz sein auf das was ihr in der vergangenen Saison geleistet habt. Mit ein bisschen Abstand werdet ihr das sicher auch so sehen. Jeder von euch hat sich sportlich und persönlich weiterentwickelt und als Team seid ihr noch näher zusammengerückt. Während der Spiele um die Deutsche Meisterschaft habt ihr euch kontinuierlich gesteigert und obwohl ihr am Samstag nicht euren besten Tag hattet, habt ihr eure Kronen gerichtet, seid erhobenen Hauptes zum Spiel um Platz drei angetreten und habt allen gezeigt, dass ihr Handball spielen könnt. Zwar habt ihr leider auch dieses Spiel knapp verloren, aber ihr habt gemerkt, dass ihr mithalten könnt, da ihr euren Gegnern auf Augenhöhe begegnet seid. Nehmt das Selbstvertrauen aus dieser tollen Erfahrung mit in die neue Saison, dann kann auch diese vielleicht eine ganz besondere werden.