31:18 im Kellerduell – Flames ziehen den Wildcats die Krallen

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31:18 im Kellerduell – Flames ziehen den Wildcats die Krallen

Ausgelassene Freude nach dem überragenden Sieg / Bild: ©Andrea Müller

Es war wieder eines der 4-Punkte-Spiele um den Klassenerhalt und die Flames der HSG Bensheim/Auerbach zeigten einmal mehr, dass mit ihnen in den wichtigen Spielen zu rechnen ist. Der überraschend deutliche und verdiente 31:18 (17:9)-Sieg vor 900 Zuschauern im Kellerduell gegen den SV Union Halle-Neustadt war zu keiner Zeit gefährdet und konnte im Vorfeld so auch überhaupt nicht erwartet werden. Erfolgreichste Torschützin bei den Flames waren Julia Maidhof mit 8/7 Treffern sowie Simone Spur Petersen und Merel Freriks mit je 6 Toren. Bei den Wildcats waren Swantje Heimburg und Mariana Ferreira Lopes mit je 4 Treffern am erfolgreichsten.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm hatte ihre Mannschaft hervorragend auf den Gegner eingestellt. Mit 3 Siegen aus den letzten 4 Spielen im Gepäck und entsprechendem Rückenwind kamen die Wildcats nach Bensheim, doch auch die Flames hatten sich durch das 21:21 Unentschieden in Dortmund das nötige Selbstvertrauen geholt und waren von der ersten Sekunde an hellwach.

Gestützt auf eine kompakte und stabile Abwehr sowie einer bärenstarken Torfrau Helen van Beurden führten die Flames nach 4 Minuten durch jeweils 2 Treffer von Simone Spur Petersen und Merel Freriks bereits mit 4:1 und zwangen Gästetrainerin Tanja Logvin zu ihrer ersten Auszeit.

Davon ließen sich die Flames jedoch nicht beeindrucken und erhöhten durch Julia Maidhof per Siebenmeter und Simone Spur Petersen auf 6:1 (7.).

Die Wildcats kämpften sich auf 8:6 (16.) zurück, weil sich in dieser Phase bei den Flames wieder einige technische Fehler einschlichen und die Angriffe zu schnell abgeschlossen wurde.

Jetzt reagierte wiederum Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm sofort mit einem Team-Timeout, um ihre Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Und das gelang ihr eindrucksvoll. Den Wildcats gelang in den nächsten acht Minuten kein Treffer und die Flames setzten sich wieder auf 13:6 (23.) ab und zwangen Tanja Logvin zu ihrer zweiten Auszeit.

Die beste Feldtorschützin der Liga, Mariana Ferreira Lopes, verkürzte mit ihrem zweiten Treffer auf 13:7 (25.). Es blieben ihre einzigen Treffer in der 1. Halbzeit und auch in der 2. Halbzeit kamen für die TOP-Scorerin nur noch 2 Tore dazu – auch ein Verdienst der guten Abwehr- und Torhüterleistung.

Im Angriff findet Sarah van Gulik zunehmend zu alter Stärke zurück und erzielte insgesamt 5 Tore, so auch die beiden Treffer zum 15:9 und 16:9 und sorgte dann noch für das Highlight der 1. Halbzeit. Ihr Zuspiel auf Sanne Hoekstra wurde von dieser zum 17:9 verwandelt. Dieser 8-Tore-Vorsprung war gleichzeitig der Halbzeitstand.

Eigentlich war das Spiel zu diesem Zeitpunkt schon entschieden, denn die Flames waren ihrem Gegner einfach zu überlegen. Doch man war gewarnt vom letzten Wochenende, als die Wildcats im Spiel gegen den TV Nellingen bereits mit 7 Toren zurück lagen und am Ende noch mit 33:30 gewannen.

So gingen die Flames auch hochkonzentriert in die 2. Halbzeit und machten gerade da weiter, wo sie vorher aufgehört hatten. Julia Maidhof erhöhte dreimal sicher per Siebenmeter auf 20:9 (37.) und sorgte somit für die endgültige Entscheidung, denn auch die Wildcats hatten gerade so weitergemacht und mussten insgesamt 8 Minuten in der 2. Halbzeit warten, bis Pia Frederike Dietz zum 20:10 der erste Treffer im 2. Abschnitt gelang.

„Wenn du 17 technische Fehler in einem Spiel machst und die gleiche Anzahl an Torchancen nicht nutzt, dann kann man kein Spiel gewinnen“, war daher auch die ernüchterte Bilanz von Tanja Logvin nach dem Spiel.

Getragen von ihren Fans fuhren die Flames am Ende einen souveränen 31:18 Erfolg ein, der auch in der Höhe absolut verdient war. Ein besonderes Lob gab es von Heike Ahlgrimm für die fantastischen Zuschauer nach dem Spiel: “Danke an das tolle Publikum, die uns heute wieder getragen haben, die uns unterstützt haben und der 8. Mann sind. Ich glaube, dadurch konnten wir das heute so gut meistern“.

Das begeisterte Publikum sorgte auch dafür, dass die Flames nicht nachließen und etwas für ihre Tordifferenz getan haben. Durch den Sieg gegen den direkten Konkurrenten haben die Flames nun drei Punkte mehr, als die Wildcats, die allerdings das vermeintlich leichtere Restprogramm haben. Da Neckarsulm aber verloren hat, ist man hier jetzt ebenfalls 2 Punkte voran.

Es war ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt, jetzt darf man die nächsten Spiele nicht nachlassen und weiter fokussiert arbeiten. Am Samstag jedoch durfte man auch mal etwas feiern, denn das hatten sie sich alle redlich verdient.

Zufrieden und glücklich war Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm bei der anschließenden Pressekonferenz: “Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Wir haben diese Woche sehr fokussiert trainiert, wir haben funktioniert, wir haben Dinge angesprochen und ich muss sagen, wir haben heute eine megageile Abwehr gespielt, wir haben es Halle schwer gemacht, wir haben sie nicht zur Entfaltung kommen lassen. Wir wussten, was auf uns zukommt und waren gewarnt durch die 3 Siege, die Halle hatte, aber uns war klar, dass wir dieses Spiel meistern werden. Wir haben bisher alle unsere Hausaufgaben gemacht, heute wieder. Ich bin natürlich überrascht, aber auch wahnsinnig stolz, dass wir das heute mit 13 Toren gemacht haben, das wir mal nicht zittern mussten und dass wir viel Spaß hatten von der ersten Minute an, dass natürlich auch dadurch, dass viele Dinge funktionierten und klappten. Aber das haben wir uns erarbeitet, das haben wir uns verdient und es ist im Endeffekt der Lohn für die Mädels für die letzten Wochen, dass wir immer an uns glauben und deswegen bin ich heute megastolz und wir haben verdient die 2 Punkte geholt“.